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Inklusionstage für barrierefreies und selbstbestimmtes Wohnen

Logo der Inklusionstage 2022
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Foto: BMAS

Berlin (kobinet) Am 31. Mai und 1. Juni fanden die Inklusionstage 2022 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Berlin vor Ort und digital statt. Mit dem Motto "Wohnen: barrierefrei − selbstbestimmt − zeitgemäß" wurde die Bedeutung von barrierefreiem Wohnungsbau und inklusivem Wohnumfeld für Menschen mit Beeinträchtigungen hervorgehoben, heißt es in einer Presseinformation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

„Menschen mit Behinderungen sollen selbstständig entscheiden, ob sie alleine, in einem Mehrgenerationenhaus oder in einer Wohngemeinschaft leben möchten. Wichtige Voraussetzung für dieses in Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention verbriefte Recht ist, das genügend barrierefreier Wohnraum und ein inklusives Wohnumfeld vorhanden sind. Ich will eine ‚Bundesinitiative Barrierefreiheit‘ auf den Weg bringen, die verschiedene Gesetzes- und Fördermaßnahmen umfassen wird. Dabei geht es auch um innovative Wohnkonzepte und Wohnformen mit denen Menschen mit Beeinträchtigungen ihr Recht auf selbstbestimmte Teilhabe verwirklichen können.“ Dies teilte der Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil im Rahmen der Inklusionstage mit.

Die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Klara Geywitz betonte: „In seinem vertrauten Umfeld so lange wie möglich leben zu können, ist insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen wichtig. Deshalb freue ich mich, dass die Förderung Barrierearmes Wohnen in Kürze wieder fortgeführt werden kann. Für 2022 wird der Bund Fördermittel in Höhe von 75 Millionen Euro für das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen/Barrierereduzierung zur Verfügung stellen. Mit diesem Programm unterstützen wir die dringend erforderlichen baulichen Anpassungen im Wohnungsbestand. Der Bedarf wird in den kommenden Jahren angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels nochmals deutlich anwachsen.“

Philipp Deschermeier vom Institut Wohnen und Umwelt erläuterte am ersten Veranstaltungstag die Ergebnisse einer von ihm durchgeführten Studie zum Bedarf an barrierefreiem Wohnraum. Barrierefreies Wohnen stellt eine enorme und dringliche Herausforderung für die Wohnungswirtschaft und die Politik dar. Aktuell fehlen hierfür etwa 2,5 Millionen Wohnungen in Deutschland, der Bedarf wird durch die demografische Entwicklung zukünftig noch ansteigen. Das Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz Matthias Rösch betonte, dass es bei einem selbstbestimmten Wohnen nicht nur um Barrierefreiheit gehe, sondern auch darum behinderten Menschen, die noch in Einrichtungen leben müssen, das Leben mitten in der Gesellschaft und in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Auch hierfür würden dringend Wohnungen und Konzepte benötigt.

In Workshops und Foren tauschten sich die Teilnehmenden vor Ort und digital rund um das Thema „Wohnen“ aus. Dabei wurde erneut deutlich, wie wichtig das Themenfeld „Wohnen“ für Menschen mit Behinderung ist. Es ging um Fördermöglichkeiten, Bauvorschriften sowie barrierefreie Wohnformen und inklusive Wohnkonzepte. In den Gesprächen zeigte sich, wie unterschiedlich die Regelungen im Baurecht der Länder, aber auch wie vielfältig die Fördermöglichkeiten für barrierefreien Wohnraum sind, heißt es in der Presseinformation des Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu den am 1. Juni in Berlin zu Ende gegangenen Inklusionstagen, an denen mehr als 400 Menschen teilgenommen haben.

Link zur Presseinformation des BMAS zu den Inklusionstagen

Link zu weiteren Infos zu den Inklusionstagen, deren Online gestreamte Beiträge bald auch online zur Verfügung stehen sollen