Menu Close

Die helfenden Tafeln brauchen selbst Hilfe

Geldscheine
Budget, Geldscheine
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Rund 738.000 Berlinerinnen und Berliner wohnen in „Kiezen“ mit sozialer Benachteiligung, wo besonders viele Menschen keine Arbeit haben, viele Kinder in Armut leben und ungewöhnlich viele Bewohner auf staatliche Hilfen angewiesen sind, so der amtliche Bericht des Senats. Gerade jenen helfen die "Tafeln". Sie engagieren sich, um die größte Not der betroffenen Menschen bei der Versorgung mit Lebensmitteln zu lindern. Jetzt brauchen aber auch dieses "Tafeln" selbst Unterstützung.

„Als SoVD Landesverband fordern wir Senat und Wirtschaft auf, die Tafeln zu unterstützen“, verlangt die Landesvorsitzende Ursula Engelen-Kefer und beschreibt die Gründe dafür so. „Corona, die große Anzahl der vor dem verheerenden Krieg in der Ukraine Geflüchteten und die erheblichen Preissteigerungen erhöhen den Bedarf an Lebensmittelhilfe. Gleichzeitig bringt die nachlassende Bereitschaft zu Lebensmittelspenden die Tafeln in akute Bedrängnis.“

In Berlin konnte zwar ein Teil der ausbleibenden Spenden durch die Wirtschaft über private Spenden ausgeglichen werden. Dies ist jedoch keine nachhaltige Lösung. Der SoVD Landesverband fordert die Unternehmen in Berlin auf, ihre Lebensmittelhilfe für die notleidenden Menschen zu erhöhen.

Die Politik ist nach den Worten von Engelen-Käfer in der Verantwortung, durch ihre Sozialleistungen ein menschenwürdiges Leben für ihre Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Längst überfällig seien die Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung auf mindestens 650 Euro, eine monatliche Corona-Zulage von 100 Euro, die umgehende Zahlung der Energiekostenpauschale von 300 Euro auch an Rentnerinnen und Rentner sowie deren Erhöhung und nicht zuletzt die Senkung der Mehrwertsteuer sowie Zulagen für Lebensmittel.