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Aussichten auf eine Schule für Alle in Nordrhein-Westfalen

Verschiedenfarbige Punkte unterschiedlicher Größe links,  Name des Bündnisses rechts
Logo: Eine Schule für alle NRW
Foto: NRW-Bündnis Eine Schule für alle

BIELEFELD (kobinet) Am 15. Mai 2022 sind rund 13,2 Millionen Nordrhein-Westfalen dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Zu jenen, die im Vorfeld dieser Wahlen die Parteien auf den Prüfstand gestellt haben, gehört auch das NRW Bündnisses „Eine Schule für alle“. Sie hat die bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der zur Wahl antretenden Parteien nach den Zielen der Parteien gefragt, um eine Schule für alle zu erreichen in welcher alle Kinder willkommen sind.

„Das NRW-Bündnis,“ erklärt dessen Sprecherin, Uta Kumar, „möchte genau das erreichen, was Eltern sich für ihre Kinder wünschen, gelingende Bildungsbiografien in unterstützenden allgemeinen Schulen.“

Dem stünde das gegliederte Schulsystem mit der frühen Trennung nach der Grundschule und das zusätzlich selektierende Förderschulsystem entgegen, stellt sie fest und fährt fort: „Wissenschaftliche Studien belegen schon lange: Viele Kinder und Jugendliche bleiben unter diesen Bedingungen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Demgegenüber erzielen Versuchsschulen mit Klassen 1 – 10, wie die Bielefelder Laborschule und die fünf PRIMUS-Schulen in NRW, gute Ergebnisse und zeigen wohin die Reise gehen muss."

Deshalb sei es nach den Worten des Bündnisse "Eine Schule für Alle" wichtig, dass die neue Landesregierung nach der Wahl in NRW längst überfällige Reformen auf den Weg bringt.

Vertreterinnen und Vertreter von CDU, FDP, SPD, Grünen und Linken wurden von dem Bündnis gebeten, zu der ausführlich begründeten Position des Bündnisses Stellung zu beziehen.

Die Parteien der noch amtierenden NRW-Landesregierung, CDU und FDP, verweigerten direkte Stellungnahmen. Sie verwiesen auf die Möglichkeit, per „Wahlprüfstein-Tool“ acht Fragen mit je 320 Zeichen zu stellen. „Wir nehmen vor allem zur Kenntnis, dass diese Parteien gerne den Dialog mit den WählerInnen suchen, aber“, so Wolfgang Blaschke vom NRW-Bündnis, „nur zu ihren Konditionen. Partizipation geht anders.“

Als Fazit zu den Stellungnahmen von Linken, SPD und Grünen formulieren Uta Kumar und Wolfgang Blaschke vom "Bündnis Schule für Alle" folgende Zusammenfassungen:

Die Linke teilt vorbehaltlos unsere bildungspolitischen Positionen für die Realisierung eines demokratischen Schulsystems ohne Selektion und Aussonderung.

Die SPD geht bildungspolitisch mutlos in die nächste Legislaturperiode. Sie vermeidet jegliche Aussagen zur Schulstruktur sowie zur Zielperspektive einer Schule für alle und bleibt so hinter eigenen Erkenntnissen weit zurück. In früheren SPD-Papieren unter der Überschrift „Beste Bildung“ war noch zu lesen, dass es in einem auf Homogenität ausgerichteten Bildungssystem keine wirkliche Inklusion geben könne. Deshalb reichten kleine Verbesserungen nicht. Mit der Schere der Umsetzungsprobleme im Kopf würde die SPD ihre Haltung schwächen. Klarheit und Eindeutigkeit wären aber notwendig, damit sich etwas ändert. Um der ungerechten Verteilung von Bildungschancen und Abschlüssen entgegenzutreten, will sich die SPD auf die Stärkung der Grundschule als Schule des gemeinsamen Lernens konzentrieren und so die Zahl der Überweisungen zur Förderschule reduzieren. „Die begrüßenswerten Maßnahmen zugunsten der Grundschule und der Stärkung ihrer Kinder lassen jedoch unberücksichtigt, dass mit dem Erhalt der weiterführenden Schulformen und der Förderschulen weiter selektiert und diskriminiert wird“, so Wolfgang Blaschke.

Die Grünen betonen die Notwendigkeit schulstruktureller Diskussionen, verweisen aber gleichzeitig auf starke gesellschaftliche Beharrungskräfte, die sich noch am ideologischen Überbau eines „ständischen Gesellschaftsverständnisses“ orientierten. Wichtige Schritte zu mehr Gerechtigkeit in der Bildung sehen die Grünen in einem schulrechtlich geregelten Abschulungsverbot und einer Verpflichtung aller Schulformen, sich an der Inklusion von Kindern mit Behinderungen zu beteiligen.

Gemeinsam haben SPD und Grüne, dass sie keine Maßnahmen zum gesteuerten, progressiven Abbau des Förderschulsystems planen, wie dies vom zuständigen Genfer Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingefordert wird. Darüber hinaus bleibt ihr Verständnis von inklusiver Bildung auf die Gruppe von Menschen mit Behinderungen beschränkt und ignoriert den mit Inklusion verbundenen umfassenden menschenrechtlichen Anspruch auf ein ungegliedertes Schulsystem ohne Aussonderung.

Die Informationen zu diesen Umfragen des "Bündnisses "Eine Schule für Alle" sind im Detail auf dieser Internetseite nachzulesen.

BIELEFELD (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/smnqr45