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Diskriminierung melden bei den Berliner Registern

Auswertungsbild vom Berliner Register
Auswertungsbild des Berliner Register
Foto: Berliner Register

Berlin (kobinet) Die Berliner Registerstellen dokumentieren in allen 12 Berliner Bezirken Vorfälle, die diskriminierend sind oder rechtsextrem. Die Vorfälle, die von verschiedenen Menschen an die Berliner Register gemeldet werden, werden auf der Internetseite veröffentlicht und einmal jährlich ausgewertet. Neben rassistischen oder antisemitischen Vorfällen, werden auch Vorfälle aufgenommen, die sich gegen Menschen mit Behinderung richten, wie die Koordinatorin der Berliner Registerstellen Kati Becker den kobinet-nachrichten in folgendem Bericht mitteilte.

Das können zum Beispiel beleidigende Aussagen auf der Straße, ein fehlendes Taxi für Menschen mit Rollstuhl oder diskriminierendes Verhalten durch eine Behörde sein. Ziel dieser Erfassung ist, Politikerinnen und Politiker und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Verwaltung die Alltagserfahrungen zu zeigen, die diskriminierte Menschen machen. Einmal pro Jahr werden die Vorfälle für einen Bezirk und für ganz Berlin ausgewertet. Dabei entsteht ein Lagebild das der Politik und der Verwaltung dabei hilft, gegen Ausgrenzung und Abwertung von Menschengruppen aktiv zu werden.

Für das Jahr 2021 wurden in allen Bezirken insgesamt 4841 Vorfälle aufgenommen. 2020 waren es ca. 1000 Vorfälle weniger mit 3822. Alle Vorfälle hatten einen rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen, LGBTIQ*-feindlichen oder behindertenfeindlichen Hintergrund. Im Durchschnitt wurden pro Tag 13 Vorfälle aufgenommen. Dabei richteten sich 66 Vorfälle gegen Menschen mit Behinderung. Im Vergleich mit rassistischen Vorfällen, die bei 1428 lagen, ist die Zahl der Vorfälle gegen Menschen mit Behinderung sehr niedrig. Der Grund dafür ist, dass nur wenige Menschen mit Behinderung davon wissen, dass sie Vorfälle in Berlin melden können. Das soll sich ändern.

Vor kurzem wurde die Internetseite der Berliner Registerstellen neugestaltet und damit barrierefrei. Es gibt nun eine Vorstellung der Arbeit in einem Video in Deutscher Gebärdensprache mit Untertiteln, Texte in Leichter Sprache und das Formular zum Melden von Vorfällen kann per Screenreader und Braille-Zeile ausgegeben werden. Vorfälle können nicht nur über das Meldeformular, sondern per E-Mail, per Sprachnachricht (auf dem Smartphone über die App „Signal“) oder im Videochat gemeldet werden. Aktuell gibt es diese Art der Erfassung nur für Berlin. In anderen Bundesländern entstehen aber ähnliche Dokumentationsprojekte.

Mehr Informationen zur Arbeit der Berliner Register, zu den Auswertungen und zur Chronik gibt es unter berliner-register.de. Kati Becker, die Koordinatorin der Berliner Registerstellen steht für Fragen per E-Mail ([email protected]) oder am Telefon (0152 04 42 57 46) zur Verfügung.

Link zu Infos zu den Berliner Registerstellen