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Behinderte Menschen wurden systematisch erniedrigt – Land entschuldigt sich

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Stuttgart (kobinet) Das Landesarchiv von Baden-Württemberg hat einem Bericht des Südwestrundfunks zufolge in einem Projekt das verursachte Leid in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie aufgearbeitet. Betroffene wurden demnach systematisch erniedrigt.

„In baden-württembergischen Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien sind in den Jahrzehnten nach dem Krieg zahllose Kinder und Jugendliche gequält, geschlagen und falsch behandelt worden. In einem bundesweit einzigartigen Projekt arbeitet das Landesarchiv Baden-Württemberg das Leid auf, das Betroffene in Heimen und Einrichtungen von 1949 bis 1975 erlebt haben. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen erlebten dort nicht nur ’schwarze Pädagogik‘, sondern auch Stigmatisierungen und Erniedrigungen. Am Mittwoch fand im Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Abschlusstagung statt, in der zwei Zeitzeugen berichteten“, heißt es zur Einführung in den Bericht des SWR.

„Im Namen der Landesregierung bitte ich alle Betroffenen aufrichtig um Entschuldigung“, so wird der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha in dem Bericht über die Veranstaltung zitiert. Einer Studie zufolge leben heute noch etwa rund 100.000 Menschen in Deutschland, die in Behindertenheimen und Psychiatrien nach dem Krieg misshandelt wurden, heißt es in dem Bericht weiter.

Link zum Bericht des SWR vom 30. März mit der Überschrift „Schläge, Erniedrigungen und Übergriffe: BW entschuldigt sich für verursachtes Leid bei Menschen mit Behinderungen“