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Marzahner Sorgen

Foto zeigt Abrisshaus in Marzahn
Abrisshaus in Marzahn
Foto: sch

Berlin (kobinet) Das baufällige Haus vor meiner Wohnung ist bald abgerissen. Immer mehr Kriegsruinen der sinnlosen Zerstörung in der Ukraine werden im Fernsehen gezeigt. Russlanddeutsche in meinem Wohnblock hoffen auf eine baldige Waffenruhe.

Den Krieg in der Ukraine kann keiner gewinnen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, dass "genug auf dem Tisch liegt, um die Feindseligkeiten jetzt einzustellen" und ernsthaft über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu verhandeln. Der Krieg sei nicht zu gewinnen. Die einzige Frage sei, wie viele weitere Menschen sterben müssten und wie viele weitere Städte wie Mariupol zerstört werden müssten, bevor der Krieg vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch wechsele.

Der russische Militäreinsatz verläuft nach Kreml-Sprecher Dmitri Peskow "streng nach Plan". Der Verlauf des Einsatzes entspreche den im Vorhinein festgelegten Zielen, sagte Peskow dem Fernsehsender CNN. Die Regierung in Moskau bezeichnet den seit fast einem Monat andauernden russischen Angriffskrieg als "speziellen Militäreinsatz", nicht als Krieg.

Auf die Frage, was Präsident Wladimir Putin in der Ukraine bislang erreicht habe, sagte Peskow, das die Ziele "noch nicht" erreicht seien. Als Ziele nannte er unter anderem das Dezimieren des ukrainischen Militärs sowie die Einsicht Kiews, dass die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim nun ein "unverrückbarer Teil Russlands" sei. Zudem müsse die Ukraine anerkennen, dass die Separatistenregionen im Osten "unabhängige Staaten" seien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich zum außerordentlichen NATO-Gipfel am Donnerstag per Video zuschalten. Das Treffen findet genau fünf Wochen nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine statt. Bei dem Gipfel sollen die Unterstützung der NATO-Staaten für die Ukraine und die weitere Stärkung der Abschreckung und Verteidigung gegen Russland diskutiert werden. US-Präsident Joe Biden reist heute nach Brüssel. Er wird dort auch an den Gipfeln der EU und der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) teilnehmen.

In seiner Videobotschaft an die musikalische Kundgebung "Sound Peace" am vergangenen Sonntag in Berlin sagte Selenskyj über russische Truppen: "Sie wollen zu euch kommen". Die Ukrainer kämpften gegen "Raketen, Bomben, Artillerie, gegen Flugzeuge und Helikopter, auf die die Russen bereits 'nach Berlin' schreiben würden. "Denn sie wollen weiterkommen, viel weiter als nur bis in die Ukraine. Sie wollen überall weitergehen, sie wollen zu euch kommen", sagte Selenskyj. Russlanddeutsche, von denen viele in Marzahn leben, hat das ebenso erschreckt wie dessen Forderung nach einer Flugverbotszone, mit der die NATO einen dritten Weltkrieg auslösen könnte.

"Ob im russisch-ukrainischen Grenzgebiet oder anderswo auf der Welt: Wir dürfen uns nicht zu Propagandagehilfen einer Konfliktpartei machen lassen", meint Frank Überall vom Deutschen Journalistenverband. Im Krieg gelte: "Die Wahrheit stirbt zuerst."

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sotvxz7