Werbung:
Hilfsabfrage.de Flucht Behinderung
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Text Live-Blog Flucht und Behinderung
Springe zum Inhalt

Mehr Mittel für barrierefreies Wohnen gefordert

Daumen unten
Daumen unten
Foto: Irina Tischer

Düsseldorf (kobinet) Angesichts der gestern am 10. Februar von der nordrhein-westfälischen Bauministerin Ina Scharrenbach vorgestellten Zahlen zur Wohnraumförderung 2021 weist der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen darauf hin, dass laut Teilhabebericht des Landes ganze 82 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen in Privathaushalten tagtäglich mit verschiedenen Hindernissen in ihren eigenen vier Wänden kämpfen müssen. Der Verband fordert daher mehr Mittel zum barrierefreien Bauen vom Land und vom Bund.

"Aus unserer Sicht sind die Richtlinien zur öffentlichen Förderung in diesem Bereich mehr als lückenhaft und führen leider nicht dazu, den eklatanten Mangel an barrierefreien Wohnungen zu beseitigen“, kritisiert der VdK-Vorsitzende Horst Vöge. Für die rund 2,6 Millionen Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen sei es demnach bereits jetzt reine Glückssache, ein Angebot zu finden, das ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglicht. "Prognosen zufolge wird aufgrund des demografischen Wandels zudem die Zahl der über 65-Jährigen rapide ansteigen - von rund 3,6 Millionen 2009 auf über 4,7 Millionen 2030“, betont der VdK-Landesvorsitzende. "Entsprechende Berechnungen haben ergeben, dass dadurch bis 2040 knapp 440.000 barrierefreie Wohnungen fehlen und zusätzlich mehr als 672.000 altersgerechte Angebote neu entstehen müssen.“

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen fordert daher deutlich stärkere Bemühungen beim Abbau von Barrieren im Bestand und macht sich darüber hinaus für eine Anpassung der Wohnraumföderrichtlinien des Landes stark. "Insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Sinnesbehinderung, Rollstuhlfahrer*innen und Senior*innen müssen darin dringend berücksichtigt werden“, so Horst Vöge. Auch müssten insgesamt mehr Mittel bereitgestellt werden: "Statt beispielsweise das bewährte KfW-Programm 'Altersgerecht umbauen‘ zu stoppen, nachdem dieses wegen hoher Nachfrage bereits im Juni 2021 ausgeschöpft war, brauchen wir eine dauerhafte Erhöhung der Zuschüsse von 130 auf mindestens 390 Millionen Euro“, erklärt der VdK-Landesvorsitzende.

Im Jahr 2021 seien nur 5.239 Mietwohnungen mit Fördermitteln des Landes errichtet worden – der niedrigste Wert seit 2015. Im Vergleich zu 2020 wurden einschließlich Modernisierungs- und Eigentumsförderung rund 15 Prozent weniger geförderte Wohnungen bewilligt. Damit werden jährlich deutlich auch weniger Wohnungen gebaut, als aus der Bindung fallen. Bereits zum Halten des derzeitigen Standes wären mehr als 17.000 neue geförderte Wohnungen notwendig. Für eine Rückkehr auf ein früheres Niveau müssten jährlich rund 23.000 Wohnungen gefördert werden. Das entspräche auch der Zielstellung aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Auch der Versuch, in einem Modellprojekt die Belegungsrechte anzukaufen und damit im Bestand preisgebundene Wohnungen zu erhalten, müsse für 2021 als gescheitert angesehen werden: In keinem einzigen Fall konnte über das Modellprojekt des Landes 2021 ein solcher Ankauf in den vier Projektkommunen realisiert werden, heißt es vonseiten des NRW-Aktionsbündnis "Wir wollen wohnen!"

Link zu weiteren Infos: www.wir-wollen-wohnen-nrw.de

Düsseldorf (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sftuz50