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ÖPNV-Projekt ist Mogelpackung

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Foto: VdK Baden-Württenberg

FREIBURG IM BREISGAU (kobinet) Mit dem Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“ möchte das baden-württembergische Verkehrsministerium die Straßen im Land sicherer machen. Der VdK Landesverband betrachtet dieses Projekt als eine Mogelpackung. Denn wer nach Ablauf des kostenfreien Probejahres seinen Führerschein wiederhaben will, muss finanzielle und bürokratische Hürden in Kauf nehmen.

Als Ausgangspunkt für das Projekt sieht das Ministerium Seniorinnen und Senioren ab 65: Diese Altersgruppe sei besonders häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Diese Aussage steht allerdings im Widerspruch zur Erhebung des Statistischen Bundesamtes „Verkehrsunfälle. Unfälle von Senioren im Straßenverkehr 2019“, so der Sozialverband VdK Baden-Württemberg. Laut dieser bundesstatistischen Erhebung haben Seniorinnen und Senioren im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil eine unterproportionale Unfallbeteiligung im Straßenverkehr. Ihr Anteil an allen Verunglückten betrug demnach lediglich 13,5 Prozent.

Bislang beteiligen sich 15 Verkehrsverbünde im Rahmen eines Kooperationsvertrags an dem Landesprojekt, das die Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren dazu bewegen soll, freiwillig ihren Führerschein abzugeben. Im Gegenzug dürfen sie ein Jahr lang kostenlos den öffentlichen Nahverkehr in ihrer Region nutzen.

Dieses Tauschangebot betrachtet der VdK Landesverband Baden-Wpürttemberg als eine Mogelpackung, denn wer nach Ablauf des kostenfreien Probejahres seinen Führerschein wiederhaben will, muss finanzielle und bürokratische Hürden in Kauf nehmen. Laut Aussage des Landratsamts Rhein-Neckar fallen für eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis Gebühren zwischen circa 34 und 260 Euro an. Zudem wird ein Sehtest fällig sowie weiterhin ein Erste-Hilfe-Nachweis und ein biometrisches Lichtbild.

Auch der mangelhafte infrastrukturelle Ausbau der ländlichen Regionen wird bei dem Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“ gänzlich ignoriert.

Mit dem Blick auf die Lage und das Verkehrsangebot in Baden-Württemberg spricht sich der VdK Baden-Württemberg gegen die Aktion „Bus und Bahn statt Führerschein“ aus. Als zielführender sieht der Landesverband die Bereitstellung von mehr Programmangeboten zur Förderung der Fahrtauglichkeit im Alter und fordert außerdem von der Landesregierung den konsequenten Ausbau des barrierefreien ÖPNV im ländlichen Raum.

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Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/smnux34