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Neuer Bundestagsabgeordneter mit inklusivem Team

Porträt von Maria Stafyllaraki
Maria Stafyllaraki
Foto: Anja Koehne

Kassel (kobinet) Dass behinderte Menschen als Abgeordnete im Bundestag noch viel zu wenig präsent sind, wird immer wieder kritisiert. Aber auch in den Büros der Abgeordneten ist die Beschäftigung behinderter Menschen noch eher eine Ausnahme. Dass dies auch anders geht, konnte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul bei der Einweihung des Wahlkreisbüros des neu in den Bundestag gewählten Abgeordneten der Grünen, Boris Mijatovic, in Kassel erleben. Mit Maria Stafyllaraki arbeitet dort nun auch eine engagierte Rollstuhlnutzerin im Team, der durch die Beschäftigung neue berufliche Perspektiven und Erfahrungen geboten werden.

Vor einem Jahr gestaltete sich die Situation von Maria Stafyllaraki noch ganz anders als heute. Damals war sie langzeitarbeitslos und Politik war für sie in vielerlei Hinsicht noch ein Buch mit sieben Siegeln. Boris Mijatovic hat die Rollstuhlnutzerin und frühere Betreiberin eines Bistros jedoch motiviert, sich politisch zu engagieren und für die Kasseler Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren. Gesagt - getan, Maria Stafyllaraki wurde nicht nur gewählt, sondern setzt dort seit April 2021 mittlerweile auch erste Akzente in der Behindertenpolitik. Erst kürzlich wurde ein erster von ihr eingebrachter Antrag von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Demnach sollen die grauen, für sehbehinderte Menschen schlecht sichtbaren, Poller in Kassel zukünftig farbkontrastiert gestaltet werden. Und seit 1. November hat Maria Stafyllaraki nun auch einen richtigen Job, nämlich im Wahlkreisbüro des grünen Bundestagsabgeordneten Boris Mijatovic, das am 19. November mit von ihr und ihrer Mutter zubereiteten leckeren Häppchen eingeweiht wurde.

Boris Mijatovic
Boris Mijatovic

Boris Mijatovic war es ein großes Anliegen, nicht nur eine Arbeitsmöglichkeit für Maria Stafyllaraki zu finden, sondern sie in seinem eigenen Team beschäftigen zu können. Dass damit nun einige Umbaumaßnahmen im neuen Büro nötig sind, das gehört für den neuen Bundestagsabgeordneten, der sich u.a. für eine engagierte Menschenrechtspolitik einsetzt, dazu. Denn ein Abgeordnetenbüro sollte seiner Meinung nach ohnehin weitgehend barrierefrei sein. Durch den nun anstehenden Aufwand lerne er auch gleichzeitig, was möglich ist und wo es noch hapert. Mit der Beschäftigung der Rollstuhlnutzerin in seinem Team knüpft Boris Mijatovic sozusagen an eine grüne Kultur der Partizipation behinderter Menschen bei den Kasseler Grünen an. Während der letzten 20 Jahre waren beispielsweise durchgängig engagierte behinderte Menschen Teil der Kasseler Stadtverordnetenfraktion der Grünen und auch im Kasseler Kreisverband der Grünen setzen die behinderten Mitglieder immer wieder wichtige Akzente.

Auch wenn Boris Mijatovic im Bundestag sehr wahrscheinlich nicht direkt für die Behindertenpolitik der Grünen-Fraktion zuständig sein wird und dies auch nicht sein Schwerpunktthema ist, sind ihm der Blickwinkel behinderter und benachteiligter Menschen sowie der Einsatz für die Verwirklichung der Menschenrechte Kernanliegen für seine parlamentarische Arbeit, wie er im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul bei der Einweihung seines neuen Büros betonte. Möge das Beispiel von Boris Mijatovic also auch bei anderen Abgeordneten Schule machen, denn gerade die Mitarbeiter*innen der Abgeordneten können diesen wichtige Einblicke, was in Sachen Inklusion noch getan werden muss, aus erster Hand und oftmals ganz praktisch vermitteln.

Das NETZWERK ARTIKEL 3 hat dieses Beispiel in seinem Projekt "Gute Nachrichten zur Inklusion" aufgenommen. Wer sich für weitere gute Nachrichten interessiert, findet diese unter folgendem Link:

http://www.nw3.de/index.php/aktuelle-gute-nachrichten-zur-inklusion

Wer Interesse am Newsletter des Projektes hat, kann diesen unter folgender Mailadresse bestellen: [email protected]

Kassel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/soqz190