Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Hilfsaktion für Hournalist'innen in Afghanistan
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Springe zum Inhalt

Trauer um Dr. Volker van der Locht

Schwarze Fläche
Dunkelheit
Foto: ISL

Bochum (kobinet) Dr. Volker van der Locht ist Ende Oktober im Alter von 62 Jahren unerwartet verstorben. Er war einer der ersten wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen im Forschungsinstitut "Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS)“ und hat dieses in der Aufbauphase begleitet, heißt es in einem Nachruf auf den Wissenschaftler von Prof. Dr. Theresia Degener, Leiterin des Bochumer Zentrum für Disability Studies und deren Stellvertreterin Prof. Dr. Kathrin Römisch.

Im Nachruf heißt es:

"Volker van der Locht war ein bekannter Aktivist und Wissenschaftler der deutschen Behindertenbewegung, in der er seit Anfang der 1980er Jahre aktiv war. Er absolvierte das Diplompädagogikstudium an der Gesamthochschule Essen 1981 – 1989 und promovierte dort 1996 zu einem historischen Thema im Bereich der NS Euthanasie. Das Thema der NS-Euthanasie ließ ihn dann zeit seines Lebens nicht mehr los. Er recherchierte im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Projekte zu Fragen der Bedingungen und Auswirkungen der NS-Euthanasie und NS-Zwangssterilisation im Kontext lokaler und regionaler Institutionen. Die akribische Vertiefung in Akten und anderem Archivmaterial war sein Metier. Für seinen kritischen Blick, sein Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und seine radikale Kapitalismuskritik machte er sich nicht nur Freunde. Aber so unbequem er auch mal sein konnte, so kollektiv und solidarisch agierte er behindertenpolitisch. Sein Herz schlug stets für die Behindertenbewegung, für die er sich als Journalist, Historiker, Lehrender und Forschender im hohen Maße verdient machte; etwa als Redakteur behindertenpolitischer Zeitschriften, wie der 'Randschau' und dem 'Newsletter Behindertenpolitik', als Archivar beim Aufbau des Archivs der Behindertenbewegung, als Forscher im Kontext der Entschädigung ehemaliger Heimkinder oder als Lehrender zu Themen von Inklusion und Disability Studies. Als Lehrender war er an vielen Bildungseinrichtungen gefragt, etwa als Dozent für politische Bildung an der Zivildienstschule Sondershausen, an der Folkwang-Universität der Künste Essen, der Hochschulen Potsdam, Magdeburg, Neubrandenburg, Düsseldorf, der Universität Duisburg-Essen. An unserer Hochschule, der Evangelischen Hochschule RWL lehrte er seit 1994 im Fachbereich II, Heilpädagogik / Inklusive Pädagogik. Bei Studierenden beliebt waren seine Seminare zu Disability Studies und NS-Euthanasie & Zwangsterilisation.

Wir trauern um ihn!"

Prof. Dr. Theresia Degener, Leiterin des Bochumer Zentrum für Disability Studies

Prof. Dr. Kathrin Römisch, stellvertretende Leiterin des Bochumer Zentrum für Disability Studies

Link zum Nachruf von BODYS

Bochum (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdow670