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Gebärden für Menschenrechte

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Foto: ht

Berlin (kobinet) Zum vierten Mal begeht heute am 23. September der Deutsche Gehörlosen-Bund zusammen mit dem Weltverband der Gehörlosen (World Federation of the Deaf, WFD) den Internationalen Tag der Gebärdensprachen. Dieser fand bisher im Rahmen der International Week of the Deaf statt. Ab 2021 ändert sich dabei allerdings etwas: Von nun an heißt die Aktionswoche "International Week of the Deaf People“, wie der WFD auf seiner 16. Generalversammlung beschlossen hatte.

Das Ziel des Internationalen Tags der Gebärdensprachen ist es, den Status der Gebärdensprachen und die Rechte von gehörlosen Menschen zu fördern und zu schützen. Alle Menschen ohne und mit Hörbehinderungen sollen realitätsnah über Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur informiert, sensibilisiert und aufgeklärt werden.

Letztes Jahr stellte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede anlässlich des 3. Internationalen Tags der Gebärdensprachen am 23.09.2020 fest, dass die Deutsche Gebärdensprache "zu unserem Land“ gehört. "Sie gehört in unseren Alltag, mitten in unsere Gesellschaft. Gebärdensprache ist für alle da, weil sie die Barrieren zwischen den Menschen überwindet.“

Bei der abwechslungsreichen Abendveranstaltung am 23.09.2021 wird der Deutsche Gehörlosen-Bund einen neuen Film unter dem Titel "Politische Aktivitäten und Forderungen des DGB“ vorstellen. "In unserer politischen Arbeit setzen wir uns mit vielen Themenfeldern auseinander und fordern konkrete, praktische und für Menschen mit Hörbehinderungen wirklich spürbare Veränderungen: Ob Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben durch Arbeitsassistenzleistungen, Zugang zu barrierefreien Gesundheitsinformationen, bimodal-bilinguale Bildung in und über Gebärdensprachen, gehörlose Jugendbewegung, gehörloser Feminismus, gebärdensprachliche Senioren, barrierefreie Medien, Notruf und Katastrophenschutz – um hier nur einige zu nennen. Um all diesen Menschen, die haupt- und vor allem ehrenamtlich in mehr als 10 Fachteams die Arbeit des Deutschen Gehörlosen-Bundes vorantreiben, ein Gesicht zu geben und sie in ihrer Arbeit zu würdigen, haben wir einen gemeinsamen Film unter der Regie von Thomas Zander produziert, in denen sie die Schwerpunkte ihrer Arbeit und nicht zuletzt auch das diesjährige Motto vorstellen, heißt es in einer Presseinformation des Deutschen Gehörlosen-Bundes. Und das unter dem Slogan: "Wir gebärden für Menschenrechte!“

Der DGB-Präsident Helmut Vogel weist in seinem Grußwort zum 4. Internationalen Tag der Gebärdensprachen auf dessen Bedeutung hin. Es werden die Gründung des Weltverbandes der Gehörlosen in Rom am 23.09.1951 und die langjährige Tradition des Tages der Gehörlosen seit den 1970er Jahren in Deutschland erwähnt. Weiterhin wird die neueste Publikation des DGB vorgestellt: der Abschlussbericht über unsere Arbeit in den Jahren 2017 bis 2020, durch den nun alle unsere Pressemitteilungen, Stellungnahmen und alle Berichte über die Aktivitäten dieser drei Jahre gebündelt veröffentlicht werden. Der über 400 Seiten starke Abschlussbericht kann hier heruntergeladen werden.

Nach dem Vorbild anderer Gehörlosenverbände u.a. in der Schweiz will der Verband mit einer Sensibilisierungskampagne die Menschen humorvoll und direkt dort abholen, wo wir auf die meisten Barrieren stoßen: Im Alltag. Ob Schule, Wohngemeinschaft oder Restaurant: Wie geht es Gehörlosen, was können Hörende tun? "Wir freuen uns über eine weite Verbreitung des neuen Films, produziert vom GebärdenVerstehen aus Heidelberg, der heute Premiere hat", so heißt es vonseiten des DGB. Die Firma wurde nach einer Ausschreibung vor einem Jahr vom DGB beauftragt. Er kann auf unserem YouTube-Kanal angesehen und geteilt werden. "Wollen Sie wissen, welches Risiko Gebärdensprache im Restaurant birgt? Schauen Sie sich den Film morgen an!"

Außerdem wird dieTradition vom letzten Jahr fortgesetzt – statt zwei Postkarten werden dieses Mal drei Karten des tauben Künstlers Lucas Kollien veröffentlicht. Diesmal wird die Bedeutung der Deutschen Gebärdensprache als Unterrichtsfach an den Schulen für Hörbehinderte und als Wahlpflichtfach im Bereich der Fremdsprachen an den allgemeinbildenden Schulen verdeutlicht. Die Karten können beim Deutschen Gehörlosen-Bund bestellt werden, ebenso wie vielfältiges Informationsmaterial, beispielsweise Flyer über den DGB bzgl. über die Gebärdensprache.

Und wer sich nun fragt, was man konkret tun kann, um den Alltag für alle etwas bunter und für Gehörlose einfacher zu machen, hat der DGB einen Tipp parat: "Bieten Sie Gebärdensprachkurse in Ihren Betrieben an, oder fragen Sie bei Ihren Arbeitgeber/-innen an. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gehe mit gutem Beispiel voran, wie Kerstin Griese, Parlamentarische Staatssekretärin in ihrem Grußwort sagt: Ab Oktober will das BMAS Gebärdensprache als Sprachkurs für seine Mitarbeiter*innen anbieten. Das begrüßen wir sehr und können es allen anderen Arbeitgeber/-innen nur wärmstens empfehlen", heißt es vonseiten des DGB.

Der Verband lädt ein, heute am 23.09.2021 seinem Abend-Livestream ab 19:00 Uhr beizuwohnen, bei dem es Grußworte vom Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel und den Politiker/-innen der fünf Bundestagsparteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE und der FDP geben wird. "Stellvertretend für die Parteien haben wir Wilfried Oellers, Dr. Matthias Bartke, Corinna Rüffer, Sören Pellmann und Jens Beeck eingeladen – auch als Zeichen unserer Wertschätzung für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Erleben Sie anschließend mit uns gemeinsam die beiden neuen Filme – den Sensibilisierungsfilm und die Vorstellung der Arbeitsbereiche des DGB - und zudem eine Gebärdensprachperformance, die erahnen lässt, welch unbändiges Potential diese Sprache bietet."

Die gesamte Abendveranstaltung wird online per Livestream auf Facebook und YouTube übertragen sowie in Deutsche Lautsprache wie auch in Deutsche Gebärdensprache verdolmetscht.

Der DGB bedankt sich dabei für die Förderung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Es handelt sich hierbei um die Partizipationsförderung, die das BMAS uns als ein Budget aus den Mitteln des Bundestages zur Verfügung gestellt hat.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

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