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Trauer um die Opfer und Debatte über Gewalt und Abhängigkeit

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin/Köln (kobinet) "Wir trauern um: Martina W. 1990 - 2021 - Christian S. 1985 - 2021 - Lucille H. 1978 - 2021 - Andreas K. 1964 - 2021", twitterte der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel und viele Menschen teilen diese Trauer um die Getöteten und die schwerverletzte Perosn im Potsdamer Oberlinhaus in diesen Tagan. Gleichzeitig wird aber auch vermehrt über Gewalt und Abhängigkeit geführt, denen behinderte Menschen ausgesetzt sind, wie ein aktueller Beitrag des Deutschlandfunk zeigt.

"Im Potsdamer Oberlinhaus, einer christlichen Betreuungseinrichtung, kamen Ende April vier hilfsbedürftige Menschen ums Leben, eine weitere Person wurde schwer verletzt. Tatverdächtig ist eine Mitarbeiterin. Inklusionsaktivisten kritisieren Machtmissbrauch in Heimen unter dem Deckmantel der Fürsorge", heißt es in der Ankündigung des Radiobeitrags im Deutschlandfunk.

Link zum ausführlichen Bericht von Christoph Richter im Deutschlandfunk

Auch bei den Aktivitäten zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen war das Thema Gewalt und die Ereignisse in Potsdam dieses Jahr immer wieder Thema. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik der LINKEN hat sich beispielsweise explizit zum Thema geäußert: "Trauer und Entsetzen, das waren unsere Gefühle, als wir von der Bluttat in einer sogenannten Behinderteneinrichtung gelesen haben. 4 Menschen mit Behinderungen sind auf schreckliche Art umgebracht worden, eine Frau wurde schwer verletzt. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Freunden und Freundinnen der Opfer." Und weiter heißt es: "Seit Jahren wird über den Missbrauch und die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Kinder- und Jugendheimen und Einrichtungen der Behindertenhilfe berichtet. Es kommt immer mehr ans Licht, so z.B. die Medikamentenversuche und der Medikamentenmissbrauch in den Einrichtungen. In einer Einrichtung in NRW wird seit einigen Monaten wegen Fixierungen und den Einsatz von Reizgas gegen Menschen mit Behinderungen ermittelt. Es soll mehr als 30 Opfer und viele Täter*innen geben. Aus Pflege- und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung und alte Menschen werden immer wieder Fälle von Übergriffen, Einschränkung von Freiheit, Vernachlässigung, Missbrauch, Diskriminierung und Beleidigung berichtet. Sind es Einzelfälle? Nein, es ist die Heim-Struktur, die Orientierung auf effektive und preiswerte 'Versorgung'."

Deshalb unterstütze die die BAG der LINKEN das selbstständige Wohnen von Menschen mit Behinderungen. Dazu bedürfe es aber mehr und ausreichende Assistenz. "Wir stellen Sondereinrichtungen grundsätzlich in Frage – nicht nur am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag von Menschen mit Behinderungen", heißt es in der Presseinformation.

Berlin/Köln (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/snqryz9