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Beratungen zur EU-Strategie zugunsten behinderten Menschen 2021 – 2030

Katrin LANGENSIEPEN im Europaparlament in Brüssel
Katrin LANGENSIEPEN im Europaparlament in Brüssel
Foto: European Union 2019 - Source : EP

Brüssel (kobinet) Vom 19 - 20. April hat die portugiesische Ratspräsidentschaft eine High-Level Konferenz zur neuen EU-Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen angesetzt. Unterschiedliche Akteur*innen, Minister und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) diskutieren, wie die Europäische Union Punkte wie Barrierefreiheit, selbstbestimmtes Leben sowie inklusive Beschäftigung und Bildung in den Mitgliedsstaaten voranbringen kann. Die Grüne Vize-Vorsitzende des Sozialausschusses und Verfasserin des Berichts "Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf“, Katrin Langensiepen, ist mit dabei und fordert u.a. einen inklusiven Arbeitsmarkt.

"Besonders wichtig ist mir die Stärkung eines inklusiven Arbeitsmarktes. Die Europäische Union muss Mitgliedstaaten dazu bringen, von einem System der Abschottung in ein System des inklusiven, gemeinsamen, Arbeitens überzugehen. So gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention vor. Viele Menschen mit Behinderungen arbeiten derzeit in speziellen Werkstätten, abgeschottet vom Rest der Gesellschaft. Nur ein winziger Bruchteil davon wird auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Die Mitgliedstaaten müssen die Tendenz umkehren und Alternativen stärken, wo Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenarbeiten. Außerdem müssen Menschen in Werkstätten endlich einen Arbeitnehmerstatus und entsprechenden Mindestlohn bekommen. Genau das fordert auch das Europäische Parlament in meinem Bericht, der im März abgestimmt wurde", erklärte Katrin Langensiepen.

Zweitens muss nach Ansicht von Katrin Langensiepen das Projekt eines Europäischen Behindertenausweises ambitioniert angegangen werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei es so, dass jeder Mitgliedstaat eine eigene Definition von Behinderung habe. "Zieht man als Mensch mit Behinderung in ein anderes EU-Land,muss man sich erneut einer Prüfung unterziehen, bevor man Hilfeleistungen bekommt. Das bedeutet eine klare Diskriminierung im Punkt EU-Freizügigkeit", betonte Katrin Langensiepen. Der angekündigte EU-Behindertenausweis dürfe sich nicht auf Museumsvergünstigungen reduzieren. Langfristig müssten wir auch dazu kommen, dass Mitgliedstaaten den nationalen Behindertenstatus gegenseitig anerkennen und so auch entsprechende Sozial- und Hilfeleistungen garantiert werden.

Brüssel (kobinet) Kategorien Nachricht

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