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Diversität der Gesellschaft auch in der Filmbranche abbilden

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Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Foto: Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Berlin (kobinet) Das von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geförderte Bündnis "Vielfalt im Film“ hat gestern am 24. März erste Ergebnisse einer Studie unter 6.000 Filmschaffenden vorgestellt. Demnach haben acht von zehn der an der Umfrage teilnehmenden Frauen in den letzten zwei Jahren sexuelle Belästigung erlebt, die meisten mehrfach. Vier von zehn queeren Filmschaffenden verschweigen ihre sexuelle Identität aus Angst vor einem Karriereeinbruch. Menschen mit Migrationshintergrund, mit einer Behinderung und auch Frauen sind überdies seltener festangestellt und es gibt deutliche Verdienstunterschiede.

"Die Studie zeigt sehr deutlich, dass sich in der Filmbranche etwas tun muss“, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, am Mittwoch in Berlin. "Sinnvoll wären klare Verhaltenskodizes für Produktionen sowie vor allem ein effektives Beschwerdemanagement bei Diskriminierung und Belästigung“, sagte Franke. "In mehr als 60 Prozent der Fälle findet Diskriminierung gleich zu Beginn, also bei der Anbahnung eines Projekts oder einer Tätigkeit statt – zum Beispiel beim Vorsprechen. Hier wird den Bewerbenden Unrecht getan und es werden zugleich Chancen für die Branche vergeben. Wichtig ist, dass Entscheider*innen hier deutlich sensibilisiert und geschult werden müssen. Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft – diesem Wandel muss sich die Filmbranche stellen“, sagte Franke.

Mit Sorge betrachtete Franke außerdem, dass der Umfrage zufolge zwei von drei Befragten erlebte Diskriminierung nicht gemeldet haben. "In der Filmbranche sind Beschäftigte oft in einer besonders prekären Situation, weil sie sich von Projekt zu Projekt finanzieren müssen – in der derzeitigen Corona-Pandemie dürfte das noch problematischer geworden sein. Es kostet daher noch mehr Überwindung, gegen Diskriminierung vorzugehen, wenn negative Konsequenzen für sich selbst befürchtet werden. Wir brauchen daher Beschwerdestellen, die bekannt, niedrigschwellig und qualifiziert sind.“ Franke würdigte in diesem Zusammenhang die branchenweite Beratungsstelle "Themis“ als Vorbild, die 2018 im Zuge von #metoo ihre Arbeit aufgenommen hat.

An der vom Bündnis "Vielfalt im Film“ initiierten Umfrage nahmen mehr als 6.000 Filmschaffende teil. Die Konzeption und Umsetzung der Befragung wurde von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes begleitet, sie hat die Studie auch finanziell gefördert.

Alle Ergebnisse im Detail gibt's unter www.vielfaltimfilm.de

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

www.antidiskriminierungsstelle.de

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sehqz40