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Maria Stafyllaraki Von Null auf Hundert ins Kasseler Stadtparlament

Porträt von Maria Stafyllaraki
Maria Stafyllaraki
Foto: Anja Koehne

Kassel (kobinet) Maria Stafyllaraki hat sich über viele Barrieren aufgeregt, die ihr als Rollstuhlnutzerin und Menschen mit anderen Behinderterungen den Alltag erschweren und einschränken. Deshalb ist sie zur Wahl für das Kasseler Stadtparlament angetreten. Von den Grünen wurde sie auf Listenplatz 19 für die Kommunalwahl am 14. März aufgestellt, was ein ehrgeiziges Ziel war. Nun liegt das Ergebnis der Wahlen in Kassel vor, wo die Grünen fortan mit 28,7 Prozent stärkste Kraft sind - und Maria Stafyllaraki hat's geschafft. Sie wurde in die Kasseler Stadtverordnetenversammlung und auch noch in den Ortsbeirat gewählt. kobinet-Redakteur Ottmar MIles-Paul sprach mit der sehr glücklichen Stadtverordneten in spe nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses.

kobinet-nachrichten: Gestern war für Sie ein großer Tag, denn da wurde das Ergebnis der Wahl zur Kasseler Stadtverordnetenversammlung verkündet. Und Sie haben es geschafft und wurden gewählt. Wie fühlt sich das an?

Maria Stafyllaraki: Diese Chance, die mir gegeben wurde, und das Vertrauen der Wähler*innen motivieren mich so sehr, ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist großartig und ich bin allen sehr dankbar für die Unterstützung.

kobinet-nachrichten: Sie sind sozusagen von Null auf 100 durchgestartet. Gleich bei Ihrer ersten Kandidatur hat es geklappt, dass sie nun eine von 71 Stadtverordneten in Kassel sind. Welche Rolle spielte die Behindertenpolitik in Ihrem Wahlkampf?

Maria Stafyllaraki: Mit Sicherheit hat das eine große Rolle gespielt. Oft wird Behindertenpolitik nur untergeordnet in sozialpolitischen Themen oder in Sachen Gesundheit. Meiner Meinung nach gibt es immer noch zu wenig Menschen, die das Thema auf politischer Ebene wirklich an der Wurzel packen. Es muss sichtbarer gemacht werden und wir müssen lauter werden, um unsere Ziele zu erreichen. Und die Stimmen, die ich bekommen habe, zeigen, dass das Thema viele Menschen beschäftigt und sie, genauso wie auch ich, der Meinung sind, dass Inklusion und Barrierefreiheit zum ganz normalen Alltag dazu gehören sollten.

kobinet-nachrichten: Zudem wurden Sie auch noch in den Ortsbeirat gewählt. Was werden Sie als erstes tun, wenn Sie Ihre Amtszeit im Stadtparlament antreten?

Maria Stafyllaraki: Es ist mir sehr wichtig, mit den betroffenen Menschen die eine Behinderung haben, Angehörige sind oder assistieren, in Kontakt zu treten, um über ihre Erfahrungen im Alltag mehr zu erfahren und Änderungsvorschläge gezielt umsetzen zu können. Dafür habe ich auch schon ein paar Ideen. Bald gibt es auch mehr Infos darüber.

kobinet-nachrichten: Heute ist ein besonderer Tag für Sie. Auf Facebook haben Sie berichtet, dass Sie heute vor 18 Jahren Ihren Unfall hatten. Was muss sich in Kassel verändern, damit Sie und andere gleichberechtigt teilhaben können?

Maria Stafyllaraki: Der erste Schritt, wie so schön gesagt wird, ist schon gemacht worden, in dem ich die Gelegenheit bekommen habe, zukünftig in der Stadtverordnetenversammlung gleichberechtigt mitwirken zu können. Vor 18 Jahren hätte ich das gar nicht für möglich gehalten. Desweiteren hoffe ich, dass meine Kolleg*innen der anderen Parteien, unseren Anträgen auch zustimmen werden, um Barrieren gemeinsam in Kassel abzubauen und mehr Chancengleichheit und Diversität zu ermöglichen. Es geht hier ja auch nicht um mich, sondern um uns Bürger*innen in Kassel, ob mit oder ohne eine Behinderung.

kobinet-nachrichten: Viel Erfolg bei den neuen Aufgaben und danke für das Interview.

Link zur Facebookseite von Maria Stafyllaraki

Kassel (kobinet) Kategorien Interview

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scdgry2