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Unwort „Behinderter“

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Foto: ht

Berlin (kobinet) Menschen, die nicht der Norm entsprechen, als „behindert“ zu bezeichnen, hält der Schriftsteller Christoph Keller für falsch (heute im Deutschlandfunk Kultur). Denn es lege das Augenmerk nur auf das, was diese nicht können, anstatt auf das, was sie können.

Die meisten indigenen Gemeinschaften Nordamerikas hatten kein Wort für „Behinderung“. Schon gar keines für „Schwerbehinderte“. Weil sie keine „Behinderten“ hatten? Natürlich hatten sie Menschen, die von der Norm abwichen. Was sie aber nicht hatten, war eine „Klasse“ von „Behinderten“.

Stattdessen hatten sie eine Frau, die taub, jedoch geschickt im Wassertragen war. Eine andere, die nicht sehen konnte, die Leute aber mit ihren Geschichten wie keine andere unterhielt. Sie hatten einen, der, wie es heute heißt, an einer psychologischen Behinderung litt, dank seiner verrückten Weltsicht aber visionär war: der Schamane.

Sie trugen dank ihrer Begabungen zum Gemeinwohl bei und verdienten ihren Lebensunterhalt. Heute ignorieren wir diese Talente, wissen aber, dass „Behinderte“ zu teuer sind, weil sie nichts leisten.

Das Wort „Behinderter“ stigmatsiert und grenzt aus

In Nordamerika schleppten die Konquistadoren das Wort „Behinderung“ auf ihren Schiffen mit ihren Waffen, Rumfässern, Viren und Bibeln ein. Im Anfang war das Wort. Eines wie „Behinderung“ sorgt für Stigmatisierung, Ausgrenzung, der Konstruktion einer eigenen Klasse. Die nicht mehr für ihre Vorteile geschätzt, sondern wegen ihrer Nachteile verschmäht wird.

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbdow46