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Mit Tablets und Gebärden-Videochat durch die Pandemie

Tablet-übergabe im ZsL Erlangen
Tablet-Übergabe im ZsL Erlangen
Foto: ZsL Erlangen

Erlangen (kobinet) Für Gehörlose und vor allem für gehörlose Senior*innen bedeuten die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie eine Verschärfung ihrer sowieso oft schon schwierigen Situation mit dem sozialen Umfeld. Das Projekt Kommune Inklusiv Erlangen versucht durch das Verleihen von Tablets, mit deren Hilfe Video- Chats für Gehörlose möglich sind, die Kommunikationsbarrieren etwas abzubauen. Vor kurzem fand daher im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter im Beisein von Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik die Übergabe von Tablets an den Gehörlosenverein und deren Mitglieder statt.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung führe dazu, dass es Gehörlosen nicht mehr möglich ist, ihren Gesprächspartnern von den Lippen abzulesen. Gerade die Kommunikation mit Hörenden laufe zu 30 Prozent über das Lippenlesen ab. Telefonieren oder eine andere Kommunikation mit den Angehörigen von zu Hause aus sei mit hohen Kosten verbunden, für die häufig keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Vor allem ältere Gehörlose, die oft auch zur Risikogruppe gehören, würden seit der Corona-Pandemie von ihren sozialen Kontakten abgehängt. Mit Hilfe der technischen Möglichkeiten, wie zum Beispiel Video-Chats, wird es Gehörlosen wieder möglich, mit ihren Angehörigen von zu Hause aus zu kommunizieren. Per Video kann sowohl über die Deutsche Gebärdensprache als auch über das Lippenlesen kommuniziert werden. Kommune Inklusiv verleiht daher an ältere Gehörlose Tablets, um deren Vereinsamung entgegenzuwirken, wie es in einer Presseinformation des Projektes heißt.

"Uns ist besonders wichtig“, betont Ina Fischer, die bei Kommune Inklusiv Erlangen eine Arbeitsgruppe für Hörbehinderte leitet, "dass in dieser schwierigen Zeit niemand abgehängt wird und wir alles dafür tun, Vereinsamung entgegenzuwirken. Das Projekt Kommune Inklusiv Erlangen, das beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter seit Mitte 2018 läuft, setzt sich für die Zielgruppen vereinsamte Senioren und Menschen mit Hörbehinderung ein. Die Leihgabe der Tablets ist eine wichtige Unterstützung in dieser besonderen schwierigen Lebenssituation.“

Dr. Florian Janik und der Geschäftsführer des ZSL, Jürgen Ganzmann waren sich bei der Übergabe einig: "Wir wollen gemeinsam helfen und niemanden zurücklassen.“ Dr. Janik, der seit Mitte 2020 Schirmherr von Kommune Inklusiv ist, erhielt im Gegenzug vom Gehörlosenverein eine durchsichtige Mund-Nase-Bedeckung, mit deren Hilfe gehörlose Menschen besser von den Lippen ablesen können. Von den gehörlosen Menschen wurde der Einsatz der Stadt, bei möglichst vielen Veranstaltungen Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung zu stellen, besonders gelobt. Erlangen sei hier sehr weit und zusammen mit den Referaten der Stadt, dem ZSL und Kommune Inklusiv wird man weiter daran arbeiten, Barrieren abzubauen und das Knowhow auch an die Partnerstädte weiterzugeben.

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