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Selbsthilfe wirkt

Messie-Wohnung vor und nach dem Aufräumen
Messie-Wohnung vor und nach dem Aufräumen
Foto: Reiner Ott

Hamburg (kobinet) Wie Selbsthilfe wirkt zeigen der Landesverband der Messies im norddeutschen Raum (Melano) und der Genesungsbegleiterverein (GBPH) im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit anhand eines praktischen Beispiels auf.

Mitte Oktober erhielt der

die Information, dass ein Mitglied der Selbsthilfe-Chatgruppe von Melano kurz vor einer Zwangsräumung stehe. In einer eiligst aufgebauten Untergruppe wurde ein Selbsthilfe-Team gebildet, um den Betreffenden tatkräftig zu unterstützen. Der Betroffene leidet schon seit über 20 Jahren unter dem Messie-Syndrom. Im Laufe der Zeit hatte er immer wieder versucht, seine Situation in den Griff zu bekommen, mit unterschiedlichen bestehenden Hilfsangeboten. Diese waren wenig hilfreich und oft gingen sie über seinen Kopf hinweg. Selten bis gar nicht wurde mit dem Betroffenen geredet, sondern über ihn entschieden. Dadurch zog er sich immer mehr zurück und verfiel in eine Resignation.

Das Ergebnis war, dass sich seine Wohnung durchgängig mit Gegenständen aller Art gefüllt hatte. So musste der Betroffene zum Beispiel, um in sein Bett zu gelangen, über Berge von gesammelten Gegenständen wie auch Müll steigen. Im Rahmen der Selbsthilfe fuhren nach dem Notruf Mitglieder der Selbsthilfegruppe und Genesungsbegleiter aus ganz Deutschland zu dem Betroffenen und unterstützten ihn aktiv und mit großem persönlichen Einsatz beim Aufräumen und Entmüllen seiner Wohnung. Es ist den aktiven Selbsthilfe-Mitgliedern gelungen, dem Betroffenen eine kontinuierliche Begleitung bei der Aufräumarbeit zur Seite zu stellen. Weiterhin wurde das gesamte Team wie auch der Betroffene durch einen Messieselbsterfahrenen und langjährig tätigen Psychotherapeuten telefonisch unterstützend begleitet. Zwischenzeitlich konnte die Zwangsräumung abgewendet werden, und der Betroffene darf weiter selbstbestimmt in seiner Wohnung wohnen.

Nun wird gemeinsam mit ihm noch eine unterstützende wie auch therapeutische Hilfe (körperorientierte Traumatherapie) gesucht. Dies gestaltet sich als extrem schwierig, da die Krankenkassen diese Therapieform in ihrem Leistungskatalog nicht zur Verfügung stellen.

Weitergehende Informationen über Behandlungswege die Menschen mit dem Messie- Syndrom weiterhelfen finden Sie hier: http://www.messie-syndrom.de/das-messie-syndrom/behandlung/index.html

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Vertreter von Melano (Janice Pinnow, 0171 - 698 1994) und von Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. (Reiner Ott, 0176-775 286 20, [email protected]) zur Verfügung.

Kurzinfo zu den beteiligten Organisationen:

Der Landesverband der Messies im norddeutschen Raum (Melano) wurde im Mai 2002 gegründet, um über das Messie-Syndrom aufzuklären und Betroffene, Angehörige und fachlich Interessierte zu beraten. Des Weiteren werden regionale Arbeitstagungen für Betroffene durchgeführt sowie Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien, TV und Radio u. v. a. m.

Der Verein Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. hat sich 2017 gegründet, um die Idee rund um das Peer-Counseling öffentlich bekannt zu machen. Genesungsbegleiter sind Menschen mit einer eigenen seelischen Erkrankung, die im Rahmen der Ex-In- Fortbildung ihre Erfahrungen reflektiert haben, um diese für andere nutzbar zu machen. Darüber hinaus ist es Ziel des Vereins, Genesungsbegleitung als festen Bestandteil im professionellen Hilfesystem zu etablieren.

Hamburg (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbglo16

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