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Baden-Württemberg: Psychosoziale Hotline gestartet

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Foto: Susanne Göbel

Stuttgart (kobinet) Die Corona-Psycho-Hotline, die während der Corona-Pandemie vom Ministerium für Soziales und Integration gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und anderen Akteuren eingerichtet worden war, um die psychischen Belastungen der Menschen etwas abzufedern, stößt auf große Resonanz. Dies ergibt sich aus einer ersten Auswertung der Anrufe, die in der ersten Woche vom 22. bis 29. April eingegangen sind. Insgesamt waren es in diesem Zeitraum 673 Anrufe, wie das baden-württembergische Sozialministerium mitteilte.

"Psychisch Kranke, Einsame, Alte, Familien und Kinder – manche Menschen kommen durch die Corona-Maßnahmen an ihre Grenzen. Es war richtig, die bereits bestehenden guten Angebote, wie zum Beispiel die Telefonseelsorge, zu ergänzen und Menschen in Not Hilfe und Wege aus der Krise aufzuzeigen“, sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha in Stuttgart.

Die Auswertung der ersten Woche habe ergeben: In den meisten Fällen (ca. 90 %) wurden neben dem telefonischen Beratungsgespräch keine weiteren Zusatzkontakte vereinbart. Die mit der Hotline verbundene Website verzeichnete im selben Zeitraum 3110 Clicks. Die Hotline wird über die gesamte Tageszeit genutzt (8-20 Uhr), wobei die meisten Anrufer die Hotline zwischen 18 und 19 Uhr kontaktieren.

Ungefähr bei der Hälfte der Anrufe wurden anonymisierte Angaben dokumentiert. Die Zahl der weiblichen Anrufer lag sechs Prozent höher als jene der männlichen. Im Gegensatz zu der Telefonseelsorge waren suizidale Krisen ein eher seltener Grund des Anrufs. Gewalterleben wurde in zwei Prozent der Anrufe angegeben und liegt damit ein Prozentpunkt über der Gewaltausübung als Grund des Anrufs.

Häufig kontaktierten Betroffene die Hotline aufgrund der aktuellen Kontakt- und Ausgangseinschränkungen (ca. 40 %) gefolgt von coronaspezifischen Ängsten (z.B. Infektionsangst, ca. 30 %). Nahezu jeder zweite Anruf stand in Verbindung mit einer in der Vergangenheit bestehenden psychischen Erkrankung. Die am häufigsten berichteten Symptome waren depressive Symptome (z.B. Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit, Interessenverlust) gefolgt von Angstsymptomen (z.B. Existenzangst, Infektionsangst).

In einem durchschnittlich 20-minütigen Gespräch konnten die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater helfen, indem sie kurze psychologische Interventionen per Telefon anleiteten (ca. 40 %), weitere Behandlungsmöglichkeiten aufzeigten (ca. 25 %), sachliche Informationen zur Pandemie vermittelten (ca. 20 %) oder auf weitere telefonische Hilfsangebote verweisen konnten (ca. 10 %).

Ergänzende Informationen

Die Corona-Psycho-Hotline ist ein gemeinsames Angebot des baden-württembergischen Ministeriums für Soziales und Integration, des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, der Landesärztekammer, der Landespsychotherapeutenkammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Sie wird ehrenamtlich betreut von psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie von Fachkräften, die in der ambulanten betreuten gemeindepsychiatrischen Versorgung, in psychiatrischen Kliniken und in Beratungsstellen arbeiten.

Die Hotline ist jeden Tag von 8 bis 20 Uhr unter 0800 377 377 6 erreichbar. Weitere Informationen gibt es unter www.psyhotline-corona-bw.de.

Stuttgart (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbevx38