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Jens Spahn sieht keinen Handlungsbedarf bei Triage

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Foto: AbilityWatch

Berlin (kobinet) Während das Thema zu Anfang der Corona-Pandemie in den Medien höchstens eine Randnotiz wert war, wird es nun immerhäufiger aufgegriffen und hat mittlerweile auch den Deutschen Bundestag erreicht. Es geht um die Triage, die Entscheidung, wer behandelt wird, wenn die Ressourcen knapp werden - eine hochbrisante Frage gerade auch für behinderte Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie. Bezugnehmend auf eine Anfrage der behindertenpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Corinna Rüffer, sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jedoch keinen Handlungsbedarf, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

"'Gesetzgeberischer Handlungsbedarf zu diesen medizinischen Fragen besteht nicht', heißt es in einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. In seiner Antwort verweist das Ministerium lediglich auf die gemeinsame Empfehlung von mehreren ärztlichen Fachgesellschaften und eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates", heißt es in einem Bericht des RND. Corinna Rüffer habe dem Bericht zufolge empört auf diese Antwort reagiert, die Antwort mache sie fassungslos.

Link zum Bericht des RND vom 21. April 2020

Die LIGA Selbstvertretung hatte bereits am 7. April den Deutschen Bundestag aufgefordert, angesichts der gegenwärtig kursierenden Papiere zu menschenrechtlich problematischen Entscheidungen über Leben und Tod bei möglicherweise knappen Ressourcen eindeutig Stellung zu beziehen. "Medizinische Fachgesellschaften arbeiten unter anderem mit einer fragwürdigen Gebrechlichkeitsskala und leiten daraus Kriterien über die Zuteilung knapper Ressourcen ab“, erläuterte die LIGA-Sprecherin Dr. Sigrid Arnade. Sigrid Arnade kritisiert auch den Deutschen Ethikrat, weil dieser in seiner Ad-hoc-Empfehlung zu dem Thema die Verantwortung des Staates bereits als erfüllt ansieht, wenn er lediglich grobe Vorgaben erstellt. "Hier geht es um die fundamentalen Grundlagen unseres Zusammenlebens. Deshalb muss der Deutsche Bundestag eine eindeutig menschenrechtlich fundierte Position beziehen,“ so Dr. Sigrid Arnade.

Unter dem Motto "Mensch ist Mensch" hat die Initiative AbilityWatch einen beeindruckenden Film mit dem Titel "Triage - was sie für uns bedeutet" produziert und ins Internet eingestellt. Hierbei kommen verschiedene behinderte Menschen zu Wort, die deutlich machen, was die aktuelle Diskussion um die "Risikogruppe" und die Zuteilung von Ressourcen für sie ganz konkret bedeutet.

Link zum Film und zu weiteren Hintergrundinformationen

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Film von AbilityWatch zur Triage

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbeo140

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