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Gehörlosenverband wünscht Handlungsempfehlungen

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Foto: public domain

MÜNCHEN (kobinet) Nach den Ausführungen des bayrischen Ministerpräsidenten wird für Bayern eine Maskenpflicht in Erwägung gezogen. Als Interessensvertretung gehörloser Menschen in München und den umliegenden Regionen weist der Gehörlosenverband München und Umland (GMU e.V.) darauf hin, dass sich aus der Maskenpflicht Nachteile für Menschen mit Hörbehinderung ergeben und hat deshalb um Handlungsempfehlungen gebeten.

Eine Kommunikation mit hörbehinderten Menschen begreifen viele hörende Menschen als eine Kommunikation über das Lippenablesen. Tatsächlich kann aber nur sehr wenig von den Lippen abgesehen werden, sodass die komplexen Gesprächsinhalte anhand von Kontext und Hintergrundwissen erschlossen werden müssen. Eine Maskenpflicht wird diese Form der Kommunikation nun nicht nur weiter erschweren, sondern nahezu unmöglich machen. Deshalb wünscht der GMU Handlungsempfehlungen für den Umgang mit gehörlosen Patientinnen und Patienten an das medizinische Fachpersonal weiterzugeben.

Das durchaus sinnvolle und nachvollziehbare Besuchsverbot bedeutet für Menschen mit Hörbehinderung eine weitestgehend Isolation und ein Informationsdefizit, da ihnen Telefonate mit Angehörigen und Freunden oder das Einholen von Informationen, besonders über die Entwicklung der Corona-Lage, über das Radio nicht möglich sind. Die in den Zimmern von Krankenhäusern bereitstehenden Fernseher haben häufig nicht die Möglichkeit von zuschaltbaren Untertiteln. Deshalb fordert der Verband das Bayerische Gesundheitsministerium auf, Kommunikationskoffer für kurzfristige, nicht planbare Gespräche bei medizinischen Angelegenheiten einzuführen.

MÜNCHEN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/simnr25



Lesermeinungen sind deaktiviert.

1Lesermeinung

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Lela Finkbeiner

Vielen Dank für die Korrektur der Überschrift im Nachhinein.

Ich möchte noch folgendes ergänzen: Worum geht es hier genauer?

Es geht dem Gehörlosenverband um drei wesentliche Punkte:

1. Sensibilisierung der Situation tauber Patient*innen in Coronazeiten
2. Eine BITTE an das Bayerische Gesundheitsministerium: Handlungsempfehlungen an das medizinische Fachpersonal für den Umgang mit gehörlosen Patient*innen gemeinsam zu entwickeln und weiterzugeben.
3. Reminder, dass ein Notfallkoffer zur Verfügung steht und dieser auch genutzt werden sollte.

Im Grunde geht es um VORSORGE und nicht um einen Protest gegen Maskenpflicht.

„There is no glory in prevention“ - Lieblingsmantra des Virologen Christian Drosten . Kontextbezogen interpretiere ich diesen Satz: Mit Vorsorge oder präventive Maßnahmen wird kein Ruhm geentert, keine Anerkennung entgegen gebracht oder Karrieren aufgebaut. Sehr wohl aber Leben gerettet. Zu Coronazeiten allgemein, wer was verhindert hat, der kriegt dafür keinen Dank, denn es ist nicht zu sehen, WAS (politische) Maßnahmen verhindert haben.
So ähnlich verhält es sich mit den Medien, wenn diese auf Vereine oder Aktivist*innen treffen. Wir starten Aktionen, schreiben Stellungnahmen oder Pressemitteilungen, die sind umfangreich und teilweise so heilig wie das dicke Bürgerliche Gesetzbuch, weil wir berechtigte Sorgen haben aufgrund unserer Erfahrungen und Datenerhebungen im gesundheitlichen Bereich, die alarmierend sind. Für Medien und Gesellschaft sind unsere Erklärungen und Appelle leider sowas von "langweilig", lieber werden reißerische Mitteilungen Beachtung geschenkt. Dieses Mal steht unser Leben auf dem Spiel, weil entsprechende (präventive) Maßnahmen versäumt wurden in der Vergangenheit (obwohl UN-BRK diese ganz klar vorsieht) und auch nicht zu sehen ist, dass diese ergriffen werden. Liebe Medien und liebe Politiker*innen: "There is no glory in prevention!" Dennoch: Hört uns bitte zu, arbeitet MIT uns zusammen!