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Weiter keine Unterstützung für Kinder mit Behinderung

Wappen Bundesland Nordrhein-Westfalen
Wappen Bundesland Nordrhein-Westfalen
Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet) In einem Offenem Brief an die NRW-Ministerinnen und Minister Laumann, Gebauer und Stamp protestieren die Eltern behinderter Kinder über Willkür der Kommunen bei Schulbegleitung im HomeSchooling. Darin beklagen sie die weiterhin fehlende Unterstützung für Kinder mit Behinderung

Auf Beschluss der Landesregierung wurde in Nordrhein-Westfalen vor über drei Wochen das HomeSchooling eingeführt. Was allerdings nicht mit bedacht wurde sind die Bedarfe von Kindern mit Förderbedarf. Viele der Kinder haben für ihren Schulbesuch eine Schulbegleitung an ihrer Seite. Auf Nachfragen von Familien, ob die Schulbegleitung nun nach Hause komme oder es andere Möglichkeiten gäbe, kam von den Düsseldorfer Ämtern die Information, dass dies leider nicht möglich sei. Damit werden Kinder mit Förderbedarf vollkommen unnötig an ihrer Bildungsteilhabe behindert.

Rechtlich ist dies nach Einschätzung der Elterninitative nicht haltbar, weil die Schulbegleitungen nach Sozialgesetzbuch ausdrücklich die "Teilhabe an Bildung" sicher stellen sollen. Dies muss auch gelten, so wird im Offenen Brief festgestellt, wenn die Schulen zu sind und die Kinder zu Hause lernen sollen. Zur Zeit handhabt dies jedoch jede Kommune anders.

In diesem Offenen Brief fordert "Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V." nun drei Ministerien auf, hier NRW-weit und schnellstmöglich für Klarheit zu sorgen und diesem Skandal ein Ende zu bereiten.

DÜSSELDORF (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sblpqx4



Lesermeinungen sind deaktiviert.

5Lesermeinungen

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1

Ich habe wegen der Schulbgeleitung beim LVR in Köln nachgefragt und wurde an die Eingliederungshilfe verwiesen. Dort habe ich dann ordnungsgemäß nachgefragt (Köln) und bis heute keine Antwort erhalten. Das war zu Beginn der Schulschließung.
Materialien zum homeschooling habe ich zunächst auch keine erhalten. Nach zwei Wochen rief mich eine Lehrerin an und meinte sie hätten gedacht, es wäre zuviel für die Eltern von behinderten Kindern, das homeschooling in der familie durchzuführen. Zudem existiere bei einem anderen behinderten Kind auch gar kein Drucker in der Familie. Obwohl bei uns ein Drucker existiert, hat sie uns dann einige Blätter per Post geschickt. Das wars!
Ehrlich gesagt können wir auch ohne Schule gut leben, aber die Haltung gegenüber Menschen mit Behinderungen und auch den Familien schockt mich doch immer wieder, obwohl wir schon Einiges gewohnt sind.

2
Michael Günter

Hallo Annika,
ich kann verstehen, dass die Situation sehr unbefriedigend ist. Andererseits kann ich auch verstehen, dass die Minsterien dem HomeSchooling mit Assistenz nicht so positiv gegenüber stehen - denn die wissen ja, wen sie da beschäftigen - dass sind mehrheitlich Quereinsteiger mit max. einem einjährigen Sozialassistenten und null pflegerischer Qualifikation oder Studenten. Die mögen ja alle total nett und innerhalb des Klassensettings auch ausreichend qualifiziert sein, leider ist aber das genau die Kohorte, die am ehesten mal auf das Social distancing pfeift und sich dann doch zu mehr als 2 Personen trifft...im normalen Alltag ist das auch kein Problem - jetzt aber schon!
So ist die Realität, aber ganz ehrlich sowas schreibt dir sicherlich kein Ministerium....

3
Sven Drebes

Hallo Herr Günter,
ich denke, da schätzen Sie die allermeisten Menschen, die als Schulbegleiter oder allgemein Persönliche Assistenten arbeiten, völlig falsch ein. Erstens werden diese Jobs in aller Regel von Menschen mit einem gewissen "Grund-Verantwortungsgefühl" ergriffen. Zweitens wird dieses Verantwortungsgefühl durch die persönliche Beziehung weiter gestärkt. Der "krumme" Lebensweg vieler Assistenten sagt nichts über ihre Eignung aus.
Und selbst wenn es den einen oder anderen "Schlendrian" gibt, können die Assistenznehmer bzw. ihre Eltern das wesentlich besser einschätzen als irgendein Sozialamt.

Außerdem ist Schule Schule, egal ob im Klassen- oder Kinderzimmer.

4
Michael Günter

Hallo Herr Drebes,
ich schätze nach meinen Erfahrungen ein - und da gibt es sicherlich genug Punkte, wo man mal differenzieren müsste.
Erstens gibt es einen eklatanten Unterschied zwischen Schulbegleitern und persönlichen Assistenten - schon allein aus dem Abhängigkeitsverhältnis heraus, welches bei pAs ganz anders ist.
Zweitens: Schulbegleiter sind etwas anderes als die Angestellten innerhalb der Förderschule, die am Unterrichtsgeschehen beteiligt werden - klar sind die meist qualifiziert und haben eine Fachkraftausbildung.
Bei den Schulbegleitern auf die ich abstellen wollte - dies trifft bei Annika offensichtlich nicht zu - handelt es sich um diejenigen, die meist nur Halbjahresverträge bekommen und für bestimmte Kinder im sog. Inklusiven-Unterricht an Regelschulen eingesetzt werden. Auf so eine Stelle bewirbt sich in der Regel auch kaum eine Fachkraft, weil sie nicht weiß, wo sie in einem halben Jahr steht und nebenbei bekommen diese auch wenn sie im nächsten Schuljahr weiterarbeiten dürfen - zumindest in den Sommerferien kein Gehalt...
Verantwortung im Bereich der Hygenie hat nebenbei auch wenig mit Gefühl zu tun - Annikas Schulbegleiter ist dafür ein positives Musterbeispiel!
Selbst wenn Eltern ihre Schulassistenten besser einschätzen könnten - diejenige mit Erfahrung bzgl. Hygenie dafürten da auch so selten sein, wie die Leute die gerade ohne Abstand durch die Supermärkte rennen - bestätigt dies doch nur meine These, dass die Ämter lieber mal eine Deckel draufmachen, als es drauf ankommen zu lassen.
BTW: Daraus mache ich mal einen Arbeitsauftrag. Die Grünen sitzen ja in diversen Landesparlamenten - da könnten sie ja mal als Anfrage laufen lassen, welches Qualifikationsniveau diejenigen Schulbegleiter haben, die immer wieder befristet, ad-hoc im Unterricht eingesetzt werden - bitte aufgegliedert nach Schularten...

5

Bei uns ist es so, dass der Schulassistent Krankenpfleger ist und auch als Hauptverdiener auf das Geld angewiesen ist.

Zum Glück für ihn, konnte er kurzfristig als Pfleger bei einer 24 Std. Betreuung einspringen. Er trägt sogar Zuhause Mundschutz, wenn jemand aus seiner Familie krank ist, damit er sich und dann meinen Sohn nicht ansteckt. Aber er ist sicher auch ein Highlight

Liebe Grüße