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Angriff auf Selbstbestimmungsrecht

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Foto: ht

Berlin (kobinet) Die von der großen Koalition geplante Bundestagsabstimmung zur Widerspruchslösung für eine Organspende, bei der man automatisch einer Spende zustimmt, wertet die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) als enormen Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht vieler behinderter Menschen. Die ISL appelliert an die Abgeordneten diesen Vorschlag bei der Abstimmung am Donnerstag im Bundestag abzulehnen. Auch vom Verein BioSkop kommt scharfe Kritik an den vorliegenden Gesetzesinitiativen.

"Behinderte Menschen, die durch ihre körperlichen oder kognitiven Einschränkungen sich selbst zu dieser Frage nicht äußern können oder unter Betreuung leben, müssen auf jeden Fall von dieser Regelung ausgenommen werden. Schließlich könnte es sein, dass weder ein Widerspruch noch eine Zustimmung formuliert werden kann; Fremdbestimmung ist das falsche Signal. Außerdem ist es nicht sichergestellt, dass die betroffenen Menschen vollumfänglich über die Widerspruchslösung aufgeklärt werden,“ erklärt Elisabeth Adam, Sprecherin der ISL für bioethischen Fragen. "Wenn dies übergangen wird, dann gefährdet das die Freiheit des Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen,“ warnt Elisabeth Adam.

Die ISL plädiert in ihrem behindertenpolitischen Grundsatzprogramm dafür, dass die Entscheidung für oder gegen eine Organspende nicht als schnell getroffene Standardentscheidung erfolgen darf. Stattdessen sind weiterhin umfassende Informationen und niedrigschwellige Beratung anzubieten. Das behindertenpolitische Grundsatzprogramm der ISL steht unter folgendem Link als Download zur Verfügung: ISL Hamburger Programm - auch in einer Version in Deutscher Gebärdensprache (DGS) veröffentlicht unter: Hamburger Programm

Auch Kritik von BioSkop

"Beide Gesetzentwürfe, die zur Abstimmung stehen, zielen im Kern darauf, ein zentrales 'Organspende'-Register zu etablieren – und Fremdbestimmung weiter zu legitimieren", heißt es vom Verein BioSkop, der eine echte, seriöse Alternative fordert. Notwendig sei eine gesetzliche Regelung, die eine persönliche Zustimmung vor jeder Organentnahme zwingend voraussetzt - und zwar ohne jede Ausnahme. "Dies würde endlich auch stellvertretende Explantations-Entscheidungen von Angehörigen hirntoter Menschen kategorisch ausschließen, die ja bisher in den meisten Fällen getroffen werden. So wäre zwar die Transplantationsrate nicht zu erhöhen, aber dem zweckrationalen Umgang mit Sterbenden, der aus allen derzeit politisch verhandelten Vorschlägen spricht, Einhalt geboten", kommentiert Erika Feyerabend vo BioSkop die aktuellen politischen Initiativen im Bundestag. "Wir meinen: Auf die politische Agenda zur Transplantationsmedizin gehören nicht Werbung, Überredung und die Beschaffung vermeintlicher Akzeptanz, sondern verbindliche Antworten zu den wirklich wichtigen ungeklärten Fragen, Problemen, Missständen. Zum Beispiel: das 'Hirntod'-Konzept, die Zuteilung von Organen, fremdbestimmte Organentnahmen, intransparente Strukturen im Transplantationswesen, Probleme bei der 'Lebendorganspende', Aufklärung über Risiken inklusive. Und, nicht zuletzt: Regelverstöße und ihre Ursachen."

Der Verein BioSkop leistet dazu seit Jahren Aufklärung.

"Organspende und Widerspruch"
http://www.bioskop-forum.de/dossiers/organspende-und-widerspruch/

http://www.bioskop-forum.de/bioskop-themen/koerper-als-rohstoff/transplantationsmedizin/

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