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„Ich bin kein warnendes Negativbeispiel oder eine Erziehungsmaßnahme“

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Foto: kobinet

Leipzig (kobinet) "Ich bin als Rollstuhlnutzender ebenso wie viele andere rollstuhlnutzenden Menschen kein warnendes Negativbeispiel oder eine Erziehungsmassnahme für das Fehlverhalten von Teilen der Gesellschaft!" So bringt Rolf Allerdissen vom Verein UNgehindert seine Kritik an einer Plakatkampagne zum Ausdruck, die derzeit für mehr Verkehrssicherheit werben soll.

Worum geht es?

"An den deutschen Autobahnen warnen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) vor schweren Unfallfolgen durch Leichtsinnigkeit oder Überschätzung bei nicht angepasster Geschwindigkeit. Die Aktion wurde initiiert im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne 'Runter vom Gas'. Die Bildsprache der Werbebotschaften ist eindeutig auf die Schlussfolgerung des Gebrauchs von Prothesen oder eines Rollstuhls wegen der schweren Unfallfolgen ausgerichtet. Dieses implementiert, dass ein Leben mit Hilfsmitteln nicht lebenswert ist. Dieses erinnert mich an die Werbekampagne der HUK, der Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands auf Gegenseitigkeit aus dem Jahr 1978 mit dem Slogan: 'Verkrüppelt für den Rest des Lebens…ist ein schlimmer Tod!'", schreibt Rolf Allerdissen, der 1. Vorsitzende des Vereins UNgehindert.

"Erst im letzten Monat stellte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die neue Plakatkampagne “Runter vom Gas” vor, die zum sicheren Fahren beitragen soll. Die von Scholz & Friends kreierten Plakate sollen 'an die schwerwiegenden Folgen, die Fehlverhalten im Straßenverkehr für jeden Verkehrsteilnehmer haben kann [erinnern]', so die dazugehörige Pressemitteilung. Abgebildet ist etwa jemand mit einer Beinprothese, dazu die Beschriftung 'Weil der andere zu schnell war', oder ein Rollstuhlfahrer mit dem Text 'Weil der andere ein Bier hatte'", so beschreiben Raul Krauthausen und Constantin Grosch die kritisierte Kampagne.

Mehr zum aktuellen Thema wissenswert zusammengefasst von Raul Krauthausen und Constantin Grosch im Blog auf raul.de

https://raul.de/allgemein/behinderung-als-abschreckung/

Link zu weiteren Informationen auf der Facebookseite von UNgehindert

Link zu einem Video von UNgehindert als Antwort auf die Kampagne

Leipzig (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sfnuy58



Lesermeinungen sind deaktiviert.

1Lesermeinung

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Uwe Heineker

ich sehe zudem auch einen Verstoß gegen Artikel 8 der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieser verpflichtet die Vertragsstaaten zu sofortigen, wirksamen und geeigneten Maßnahmen der Bewusstseinsbildung. Ziel ist es, in der Gesellschaft das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu schärfen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Klischees, Vorurteile und schädliche Praktiken gegenüber Menschen mit Behinderungen, auch aufgrund des Geschlechts oder des Alters, in allen Lebensbereichen bekämpft werden und dass das Bewusstsein für die Fähigkeiten und den Beitrag von Menschen mit Behinderungen gefördert wird.