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Dreharbeiten in Sachsen für den ARD-Bahnreport

Gespräch des LSKS-ÖPNV-Teams mit dem ARD-Team zum Thema Barrierefreiheit auf dem Bahnsteig Leipzig-Haußptbahnhof
Gespräch des LSKS-ÖPNV-Teams mit dem ARD-Team zum Thema Barrierefreiheit auf dem Bahnsteig Leipzig-Haußptbahnhof
Foto: LSKS/Tre

DRESDEN (kobinet) Nach Informationen des Selbsthilfenetzwerkes Sachsen wurde das Projektteam vom „ÖPNV für alle“ Anfang August vom Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Leipzig zur Dreharbeiten zu der Sendung „Bahnreport“ für die ARD, insbesondere zum Thema „Barrierefreiheit und Bahnsteighöhen“ eingeladen. Dieser Einladung folgte die regionale Projektmitarbeiterin Jana Treffler-Klingner mit zwei ehrenamtlichen Mitgliedern der Projektgruppe gern.

Die Anmeldungen bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) klappten diesmal gut und so konnte die zuggebundene Überfahrbrücke/Rampe in Grimma und Leipzig problemlos genutzt werden. Am Bahnhof Leipzig wurden die Protagonistinnen vom Filmteam empfangen und schon beim Ausstieg gefilmt. Dabei war offensichtlich, wie schwierig und zugleich unfallträchtig das Ein-und Ausfahren mit einem (manuellen) Rollstuhl in/aus einem Zug mit einer Bordhöhe von 55 cm bei einem 76 cm hohen Bahnsteig ist. Das konnte im Laufe des Tages noch mehrmals dokumentiert werden.

Im aufgezeichneten Interview äußerten sich die beiden Rollstuhlfahrerinnen Sarah Lenz und Jana Treffler-Klingner eindeutig dazu, dass es frustrierend und zugleich diskriminierend ist, wenn sie und Gleichbetroffene nicht wie jeder andere Bürger spontan mit der Bahn fahren können.

In letzter Zeit haben sich besonders bei den kurzfristigeren Anmeldungen die Absagen deutlich erhöht, weil DB Station & Service orts- und tagezeitabhängig angeblich nicht über das erforderliche Personal verfüge. Diese Situation ist nach Einschätzung des Projektteams vom Staatskonzern DB hausgemacht. Wer sich ständig weigert, Bahnsteige in der Höhe von 55 cm anzulegen, obwohl zwischenzeitlich zumindest im Nahverkehr mit den meisten Reisenden alle deutschlandweit in den letzten Jahren neu beschafften Züge eine Bordhöhe von 55-60 cm haben, wer zur Hilfeleistung für Fahrgäste im Rollstuhl unter anderem auch Technik einsetzt, die vor fast 40 Jahren erfunden wurde und wer den Bahnhofsdienst nicht sonderlich gut honoriert, darf sich doch weder über einen hohen Personalaufwand noch über einen Mangel an Personl beklagen.

Offenbar betrifft das nun auch den Fernverkehr, denn auch die ICE-Züge aus einer der neuesten Baureihen haben eine Bordhöhe von 55 cm, benötigen deshalb bei der von der DB mit Hartnäckigkeit verfolgten 76er Bahnsteighöhen-Strategie erneut eine Einstiegshilfe für Fahrgäste im Rollstuhl, natürlich auch mit Personaleinsatz.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Leipzig machte die regionale Projektmitarbeiterin (Landkreis Leipzig und Nordsachsen) Jana Treffler-Klingner zudem erneut auf das Problem der fehlenden Schiebetritte an den vom Verkehrsunternehmen MRB eingesetzten Zügen aufmerksam.

Der mit diesen Aufnahmen entstandene Beitrag wird voraussichtlich am 18. November 2019 um 20:15 Uhr in der Sendung „Bahnreport“ der ARD ausgestrahlt.