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Teilhabemöglichkeiten in Deutschland sehr verschieden

Ortsschild: Ende des Hindernisses, Weg in Richtung Teilhabe
Ortsschild: Ende des Hindernisses, Weg in Richtung Teilhabe
Foto: Marem/Adobe Stock

Berlin (kobinet) Wie gut die Menschen in Deutschland am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, hängt zu einem guten Teil davon ab, wo sie wohnen. „Besonders gut sind die Chancen in Baden-Württemberg, in Teilen Bayerns und im südlichen Hessen“, sagt Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. „Nördlich davon bieten nur vereinzelte Regionen ihren Bewohnern vergleichbare Teilhabechancen, im Osten lediglich der berlinnahe Landkreis Dahme-Spreewald.“

Drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung hängen die meisten ostdeutschen Regionen noch in vielen Bereichen zurück. In fast allen ländlichen Kreisen, aber auch in den meisten ostdeutschen Städten müssen die Menschen mit geringeren Teilhabechancen leben. Dieses Schicksal teilen sie aber mit den Bewohnern einiger westdeutscher Städte, vor allem im Ruhrgebiet, aber auch im Südwesten von Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Berlin-Instituts und der Wüstenrot Stiftung. Die Studie untersucht, welche gesellschaftlichen Teilhabechancen die 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte ihren Bewohnern bieten. Gemessen wurde die Teilhabe anhand einer Reihe von Indikatoren wie der Quote von Sozialleistungsempfängern, der Höhe der Einkommen, der Verfügbarkeit schneller Internetzugänge oder der Erreichbarkeit von Ärzten, Supermärkten und weiteren alltäglichen Dienstleistungen.

Im Ergebnis zerfällt die Republik in sechs Bereiche, die sich in ihren Rahmenbedingungen ähneln: drei städtische und drei ländliche „Cluster“ mit jeweils guten, mäßigen und geringeren Teilhabechancen.

Die daraus erstellte Landkarte, eine Art „Teilhabeatlas“, zeigt, „wo die gut versorgten und wo im Extremfall die ‚abgehängten‘ Regionen Deutschlands liegen“, so Stefan Krämer, stellvertretender Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung. „Deutlich erkennbar wird, wie wichtig eine differenzierte, diese Unterschiede aufgreifende Handlungsstrategie ist, gerade auch in der Politik.“

Weitere Details zum Teilhabeatlas gibt es HIER.

2 Gedanken zu „Teilhabemöglichkeiten in Deutschland sehr verschieden

  1. Hako

    >> ... im Osten lediglich der berlinnahe Landkreis Dahme-Spreewald ... << Wie gut, daß nicht geprüft wurde, ob man Züge benutzen kann. Sonst wäre festgestellt worden, daß im Bereich des VBB (Berlin und Brandenburg, also auch Landkreis Dahme-Spree) Behinderte bei der Benutzung der Züge benachteiligt werden (§ 11 Beförderungsbedingungen des VBB). Aber als Behinderter ist man ja nicht auf Züge angewiesen (witz, witz, lach, lach). Und Art 12 Abs. 4 Verfassung des Landes Brandenburg (Gebot der Gleichstellung Behinderter in allen Lebensbereichen) interessiert auch keinen. Schon gar nicht den Landtag, der erst kürzlich behauptete, eine dem Art. 12 Abs. 3 Verfassung des Landes Brandenburg entsprechende Vorschrift gäbe es nicht (Gebot der Gleichstellung von Mann und Frau in bestimmten Lebensbereichen; siehe LT-Drucksache 6/11559 S. 61).

  2. rgr

    Hier gerät das Wort von der Teilhabe gänzlich zur Beliebigkeit. Die Studie könnte besser mit den Worten 'lieber reich und gesund als arm und krank' zusammen gefasst werden.

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