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Kinderrechte ins Grundgesetz

Das Bild zeigt drei Paragraphenzeichen, die nebeneinander gruppiert sind

Foto: public domaine

BERLIN (KOBINET) Mit einem gemeinsamen Aufruf an Bund und Länder fordern 20 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Deutschland die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Laut dem Aufruf ist dafür zentral, dass dadurch das Kindeswohl vorrangig berücksichtigt wird und Kinder gemäß der UN-Kinderrechtskonvention beteiligt, geschützt und gefördert werden.

Den Aufruf haben unter anderem die Verwaltungschefs der Städte Hanau, Köln, Mannheim, Potsdam, Stuttgart und Wolfsburg unterzeichnet. Diese Städte sind Teil des Vorhabens "Kinderfreundliche Kommunen", das von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragen wird.

Wörtlich heißt es in dem Aufruf: "Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Wert einer demokratischen Gesellschaft. Diese Maxime sollte das Leitbild sowohl für das staatliche als auch das gesellschaftliche Handeln in ganz Deutschland sein. Bisher sind die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ein Flickenteppich. Damit Kinder- und Jugendbeteiligung nicht willkürlich ermöglicht oder verweigert wird, muss sie im Grundgesetz Einzug finden. Aus unseren kommunalen Erfahrungen heraus haben wir erkannt, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten zu achten und in der Gesellschaft zu beteiligen sind. Dies entspricht noch nicht durchgängig der allgemeinen öffentlichen Meinung, geschweige denn der täglichen Praxis in Elternhaus, Schule, öffentlichen Einrichtungen sowie Verwaltung und Politik. Deshalb rufen die Kinderfreundlichen Kommunen dazu auf, die Kinderrechte als Grundrechte im Grundgesetz zu verankern."

Anne Lütkes, Vorstandsvorsitzende des Vereins "Kinderfreundliche Kommunen", betont: "Fast 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention durch die Vereinten Nationen muss sich das Prinzip dieser Konvention auch im Grundgesetz wiederfinden. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie brauchen über die allgemeinen Grundrechte hinaus besondere Rechte. Wir freuen uns sehr über die Initiative, die der Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz weiteren Schwung verleiht. Neben Schutz- und Förderrechten müssen auch Beteiligungsrechte und die Vorrangstellung des Kindeswohls bei allen Kindern und Jugendlichen betreffenden Entscheidungen Einzug ins Grundgesetz finden. Nur so kann dem Anspruch einer ernsthaften Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention entsprochen und dem aktuellen Umsetzungs- und Anwendungsdefizit der Kinderrechtskonvention entgegengewirkt werden."

Den Aufruf unterstützen die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Algermissen, Dormagen, Eltville, Garmisch-Partenkirchen, Hanau, Köln, Kürten, Lampertheim, Mannheim, Nauen, Oestrich-Winkel, Potsdam, Regensburg, Remchingen, Senftenberg, Stuttgart, Taunusstein, Wedemark, Wolfsburg und Weilerswist.

2 Gedanken zu „Kinderrechte ins Grundgesetz

  1. Daniel Hennig

    Das ist nichts anderes als die Entrechtung der Eltern. Die Kinder sollen systemtreu erzogen werden. Der Staat möchte die Kinder erziehen und den Eltern das Naturrecht peu a peu nehmen.

    1. Perry Walczok

      Das hat absolut nichts mit einer systemtreuen Erziehung von Eltern zu tun. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann sollten Sie sich Gedanken machen Ansonsten bleiben Sie doch einfach entspannt.
      Es gibt leider Eltern welche ihre Kinder schlecht behandeln und deren Rechte mit Füßen treten. Und diese Kinder müssen rechtlich geschützt werden und die Jugendämter eine klare rechtliche Richtlinie bekommen an deren sie sich zu halten haben. Der Fall Lügde war eines der schrecklichen Beispiele bei dem das Jugendamt total versagt hat. Warum stören Sie sich daran, wenn Kinder mitentscheiden können und dürfen wohin es in den Urlaub gehen soll oder wenn es auf den von Eltern bestimmten Sportverein keine Lust haben und lieber Klavier spielen möchten?
      Natürlich sind Regeln wichtig. Aber ein gewisses Mitspracherecht sollte den Kindern gewährt bleiben.
      Dann haben sie weniger Akzeptanzprobleme mit den gesetzten Regeln. Ich denke ein bisschen Umdenken schadet nicht. Natürlich müssen Regelverstösse sofort sanktioniert werden. Das kann Hausarrest(außer Schule und Nachhilfe) oder Kürzung des Taschengeldes sein. Da wird Ihnen auch kein Jugendamt oder gar Richter in die Erziehung hereinreden wollen. Also Ruhe bewahren! Die Grundlagen des Lebens bekommen die Kinder zu allererst durch Eltern Grosseltern und das nähere soziale Umfeld.
      Da sollten Werte wie Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Höflichkeit und so weiter vermittelt werden.
      Das geschieht inzwischen leider viel zu wenig. Wir Erwachsenen sind Vorbilder in jeder Hinsicht und werden von den Kindern ganz genau beobachtet und sie ziehen ihre Schlüsse welche nicht unbedingt unseren Vorstellungen entsprechen. Dessen müssen wir Erwachsene ob Eltern oder nicht bewusst sein. Ich habe übrigens kein Kind. Hatte aber einige Zeit ehrenamtlich in einem evangelisch geführten Jugendzentrum gearbeitet.
      Ich habe auf meine Weise meine Beobachtungen gemacht. In einem Punkt können Erwachsene sich von den Kindern eine Scheibe abschneiden. Sie gehen oft unverkrampft mit Altersgenossen um welche eine Behinderung haben. Ich wünschte mir, dass das Erwachsene auch so handhaben würden. Wenn bei einem Menschen mit Behinderung der Speichel aus dem Mund heraustropft, dann einfach ignorieren! Er hat das gleiche Recht in einem Café zu sitzen und das Stück Kuchen zu genießen. Also denken Sie mal nach. Viele Dinge etwas entspannter zu sehen macht das Leben leichter. Damit wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie eine gute Zeit!

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