Werbung

Springe zum Inhalt

Projektmitarbeiterin testet Traditionsbahn

Jana Treffler-Klingner im
Jana Treffler-Klingner im "Experten"-Gespräch am Kohlebahn-Zug
Foto: LSKS/tre

DRESDEN (KOBINET) Durch einen Flyer wurde Jana Treffler-Klingner, eine regionale Mitarbeiterin des Projektes "ÖPNV/SPNV für alle" beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen (LSKS), auf die "Kohlebahn", eine touristisch genutzte Schmalspurbahn, aufmerksam, die von Meuselwitz (Thüringen) bis in den südlichen Teil des Landkreises Leipzig nach Regis Breitingen fährt. Nach einem Bericht des Selbsthilfenetzwerkes Sachsen ist nach bisherigen Erfahrungen läuft mit solchen Traditionsbahnen zumeist auf die Beurteilung "leider nicht barrierefrei" hinaus. Bei dem Besuch ergab sich bei der besuchten Bahn eine wohltuende Überraschung.

Die verfügt über einen offenen Wagen, auf dem man mit einem Rollstuhl mit einer maximalen Breite von zirka 75 cm barrierefrei auffahren und an den Haltepunkten auch barrierefrei wieder von ihm abfahren kann. Eine barrierefreie Toilette gibt es zwar nicht im Zug, aber an den beiden Haltepunkten. Die Fahrt dauert insgesamt mit Zwischenstopps etwa 50 Minuten. Da die Bahn als Traditionsbahn von einem eingetragenen Verein betrieben wird und ihm naturgemäß nur bescheide Mittel zur Verfügung stehen, ist die realisierte Lösung schon lobenswert und vielleicht auch für andere Betreiber vergleichbarer Angebote zur Nachnutzung geeignet.

Die Bahn verkehrt von April bis Oktober jeden Sonntag zwischen beiden Orten mit einem Zwischenstopp in der Westernstadt Haselbach, wo man Mittagessen oder Kaffeetrinken kann. Danach geht die Fahrt weiter durch ehemaliges Tagebaugebiet zum Kulturbahnhof Meuselwitz, wo man zum Beispiel eine Modellbahn, aber auch Historisches zur Kohlebahn ansehen kann. Genauere Informationen, auch zu Sonderfahrten, erhalten Sie unter diesem Link.

Im Rahmen der Kohlebahnfahrt besichtigte Jana Treffler-Klingner zugleich den SPNV-Bahnhof Regis Breitingen, der leider bis jetzt noch nicht barrierefrei ist, obwohl dort die S-Bahn von/nach Leipzig verkehrt. Zwar werden beide Gleise über einem größeren Umweg auch von rollstuhlnutzendenden Fahrgästen erreicht, es wird jedoch in jedem Fall die manuell anzulegende, zuggebundene Überfahrbrücke/Rampe benötigt. Deshalb drängt das Projekt "ÖPNV/SPNV für alle" beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen (LSKS) mit Unterstützung des Landrats des Landkreises Leipzig darauf, auch diesen S-Bahnhof kurzfristig barrierefrei zu gestalten. Ein Termin ist allerdings noch nicht bekannt.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde von der alten Website importiert und gegebenenfalls vorhandene Kommentare wurden nicht übernommen. Sie können den Original-Beitrag mitsamt der Kommentare in unserem Archiv einsehen: Link