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Behindert und verrückt feiern

Bei der Pride Parade in den Straßen von Berlin
Bei der Pride Parade in den Straßen von Berlin
Foto: Bündnis „behindert und verrückt feiern“ / Vivien Cahn

BERLIN (KOBINET) „Kämpfe verbinden – Normen überwinden!“ – unter diesem Motto bewegte sich am Samstagnachmittag die sechste „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade durch die Straßen von Berlin. Mit der Demonstration protestieren Menschen mit Behinderungen und psychiatrischen Diagnosen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Zugleich wollen sie sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der Öffentlichkeit zeigen.

Das Bündnis „behindert und verrückt feiern“ schrieb dazu: „Die Mehrheits-Gesellschaft versucht die Menschen lieber ‚passend‘ zu machen, statt sich selbst zu verändern. Zwang wird dabei in Kauf genommen. Niemand darf wegen einer sichtbaren oder unsichtbaren Behinderung, wegen einer chronischen Krankheit, wegen Gehörlosigkeit, wegen des „falschen“ Geschlechts, oder wegen einer psychiatrischen Diagnose von der Gesellschaft ausgeschlossen werden! Niemand darf benachteiligt sein, weil sie*er nicht der Norm entspricht!“

Nach Schätzung des Bündnisses beteiligten sich etwa 1500 Menschen an der Demonstration. Auf der Abschlusskundgebung am Kottbusser Tor bestimmten die Teilnehmenden das Klinikum Frankfurt Höchst zum Gewinner des Negativpreises „Glitzerkrücke“. In einem TV-Bericht von „Team Wallraff“ im März 2019 war berichtet worden, dass in einer psychiatrischen Station im Klinikum Betroffene bis zu 8 Wochen lang am Bett festgebunden wurden. Kritisiert wurde auch die Überbelegung der Station, das unfreundliche und herablassende Verhalten des medizinischen Personals und mangelnde Sauberkeit. Nominiert waren auch die Bethel-Werkstätten und die Bundesregierung wegen schlechter Löhne und deren Besteuerung, sowie das Landessozialamt im Saarland, das einem gelähmten Rollstuhlfahrer nicht die persönlichen Assistentinnen und Assistenten für ein selbstbestimmtes Leben zahlen wollte.

Die erste „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade fand 2013 statt. Seitdem wird die Demonstration von einem Bündnis aus behindertenpolitischen, psychiatriekritischen, queeren* und feministischen Gruppen und Einzelpersonen ausgerichtet.

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