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Engagement Gotthilf Lorchs gewürdigt

Gotthilf Lorch engagierte sich für ein barrierefreies Tübingen
Gotthilf Lorch engagierte sich für ein barrierefreies Tübingen
Foto: Margit Glasow

BERLIN (KOBINET) Das Engagement Gotthilf Lorchs als eines großen Kämpfers für Inklusion und Teilhabe würdigten heute die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken und Ilja Seifert vom Parteivorstand. "Sein ganzes Leben setzte er sich für das gemeinsame Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen und deren Chancengerechtigkeit ein. Das war für ihn als schwer Contergan-Geschädigtem eine Lebensnotwendigkeit und hat sein politisches Wirken, sein ganzes Leben bestimmt", betonten sie in ihrem Nachruf.

"Mit seinem umgebauten Transporter reiste er oft in das Land, aus dem seine Ehefrau Maritzer stammt, gründete 2001 den Verein Amici e. V. (Allianz für Mobilität, Integration, Communikation und Innovation) und organisierte mit dessen Hilfe Solidaritätsprojekte für Menschen mit Behinderungen in diesem osteuropäischen Land. Eine besondere Herausforderung war für den Diplom-Sozialarbeiter und Inklusionsberater die kommunale Ebene – dort wo die Menschen leben. Deshalb war er seit vielen Jahren im Tübinger Stadtrat aktiv - getreu seinem Motto: Tübingen inklusiv für alle. Es war ihm wichtig, ganz konkrete praktische Veränderungen für die Menschen anzustoßen – insbesondere in Sachen Barrierefreiheit. Immerhin ist Tübingen eine historische Stadt mit viel Kopfsteinpflaster und erheblichen Höhenunterschieden. Er suchte stets nach Lösungen, auch dort, wo es sie scheinbar nicht gab. Und schaffte es letztendlich, dass die Radwegbrücke West einen barrierefreien Streifen für Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrer*innen erhielt", heißt es weiter.

Seit 2008 war Gotthilf Lorch auch in der Linken aktiv - als Gründungsmitglied der LAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik und deren langjähriger Sprecher sowie als Mitglied im Sprecher*innenrat der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik. Er kandidierte mehrfach für Die Linke bei Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen. Der Nachruf erinnerte an seine selbstbewußten Auftritte auf Parteitagen. Besonders freute er sich, als die Partei in Tübingen 2017 endlich ihr barrierefreies Wahlkreisbüro beziehen konnte.



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