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… und zum Mittag beim Zickenschulze

Am Café am Steintor mit Blick auf das Steintor
Am Café am Steintor mit Blick auf das Steintor
Foto: H. Smikac

BERNAU (KOBINET) Zum Beginn der Reisesaison 2019 veröffentlichen wir bei kobinet Hinweise zu Reisezielen, welche auch für Urlaubsreisen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sind. Heute geht es dabei um Bernau. Wohl kaum eine Stadt ist durch ein Lied so bekannt geworden, wie das nördlich von Berlin gelegene Bernau. War es doch jener Gassenhauer, welcher in lustiger und anschaulicher Weise von einer Hochzeitsfeier berichtet, nämlich der des "Zickenschulze aus Bernau", der dazu beigetragen hat, dass zumindest sehr viele von dieser Stadt singen.

Der Besucher der Stadt Bernau erlebt eine Anfang des 13. Jahrhunderts gegründete Stadt, deren mittelalterlicher Stadtkern noch heutzutage gut zu erkennen ist. Obwohl es in der Stadt auch Plattenbauten als der Zeit der DDR gibt, vermittelt Bernau noch die Atmosphäre des Mittelalterlichen.

Bernau liegt an den Bundesautobahnen A 10 und A 11, ist also mit einem Auto gut zu erreichen. Wer die S-Bahn oder eine Regionalexpress vorzieht, kann auch diesen Weg nutzen - die Bahnsteige sind niveauangepasst und der Bahnhof verfügt über Lifts. Zudem ist er vom Bahnhofsvorplatz her über eine Schräge zugänglich.

Für mobiltätseingeschränkte Besucher bietet die Stadt Hinweise und Empfehlungen für einen barrierefreien Stadtrundgang an. Ein entsprechendes Informationsblatt ist ebenso bei der Touristinformation zu bekommen. Die Straßen und Bürgersteige der Stadt sind mit einem Rollstuhl insgesamt gut zu befahren. Lediglich auf dem Kirchplatz wird es wegen des Kopfsteinpflasters holprig. Hier sind auch die Fußwege sehr schmal.

Die Silhouette der Stadt wird durch die weithin sichtbare Kirche Sankt Marien dominiert. Außerhalb der Zeiten der Gottesdienste kann sie besichtigt werden. Sie ist ebenerdig zugänglich und wer sich den Altarraum genauer ansehen möchte, kann auch das dank einer mobilen Schräge und im Bedarfsfall etwas Schiebehilfe tun.


Weg entlang der Stadtmauer Foto: H. Smikac

Nach einem Spaziergang durch das Stadtzentrum sollte ein Rundgang innerhalb der Stadtmauer eingeplant werden. Ihr noch erhaltener Teil ist ungefähr 1.300 Meter lang. Einst gehörten zu ihr 42 Lughäuser, zwei Rundtürme und drei Stadttore - Reste der Lughäuser sowie das mit dem Hungertor verbundene Steintor, das Mühlentor und der Pulverturm sind noch erhalten. Neben der Stadtmauer ist auch das historische Pflaster erhalten, allerdings gibt es hier zugleich einen Weg mit "Berliner Gehwegpflaster" , ein mit breiten Platten ausgelegtes Band, was auch den Spaziergang mit Rollstuhl erleichtert.

Besonders während der warmen Jahreszeit sollte man sich als Besucher Zeit für einen zweiten Rundgang entlang der Stadtmauer nehmen - dieses Mal jedoch außen herum. Die früheren Wallanlagen wurden an vielen Stellen zu blühenden Parks umgestaltet und sind so ein guter Raum für Entspannung und Erholung geworden.


Parkanlagen außerhalb der Stadtmauer Foto: H. Smikac

Zu jeder Erlebnisreise gehören unbestritten ebenfalls gastronomische Erlebnisse. Auch dafür gibt es in Bernau mehrere Möglichkeiten. In dem Zusammenhang wären vor allem das "Café Herz" und das Restaurant "Schwarzer Adler" zu nennen. Das Café gehört zu jenen, in denen Speiseeis noch selbst gemacht wird. Hier gibt es also eine reiche Auswahl und häufig ebenso Sorten, die es woanders nicht gibt. Wer nicht nur regional sondern ebenso vegetarisch oder glutenfrei speisen möchte, wird im "Schwarzen Adler" gut bedient. Außerdem wären noch das "Café am Steintor" oder das Gasthaus "Leiterwagen" aufzuzählen - ach ja, und auch den "Zickenschulze". Übrigens hat es jenen Mann, der  damals schon seine vierte Frau geheiratet und bei dessen Hochzeit  sich alle derart amüsiert haben, nicht wirklich gegeben. Wirklich ist jedoch ein Hotelrestaurant mit diesem Namen. Abgesehen von einer verhältnismäßig steilen Schräge zum Podest am Eingang ist es ansonsten auch für Gäste mit Rollstuhl gut zugänglich. Warum also nicht vielleicht zum Mittagessen und zum "Nacherleben" dieser Hochzeit auf Bildern auch in den "Zickenschulze" gehen?!