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Protest am Potsdamer Platz am 15. März

Plakat für die Demo am 15.3. um 11.00 Uhr am Potsdamer Platz
Plakat für die Demo am 15.3. um 11.00 Uhr am Potsdamer Platz
Foto: UNgehindert

BERLIN (KOBINET) Dass es 10 Jahren nach dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland noch viel zu tun gibt, das soll mit einer Protestveranstaltung am 15. März um 11:00 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin deutlich gemacht werden. Das Netzwerk UNgehindert, das zu dieser Aktion aufruft, kündigte an, dass aus aktuellem Anlass zum Abschluss der Protestveranstaltung aufgrund der Benachteiligung von Fahrgästen mit Behinderungen durch die Deutsche Bahn AG, "Die Goldene Krücke" 2018 an Bahn-Chef Richard Lutz verliehen werden soll.

"Im Jahr 2009 ratifizierte die Bundesrepublik Deutschland durch Zustimmung aller Bundesländer die UN-Behindertenrechtskonvention. Damit wurden die allgemein gültigen Grundrechte nochmals als Menschenrechte bekräftigt und das im Grundgesetz verankerte Benachteiligungsverbot aufgrund einer Behinderung auf die Lebensbereiche von Menschen mit Behinderungen konkretisiert. Viele Betroffene hoffen seit in Kraft treten der UN-BRK 2009 auf ein selbstbestimmtes Leben durch eine generelle Barrierefreiheit in allen Teilen der Gesellschaft. Von einer gleichberechtigten, nichtdiskriminierenden Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen, so wie es die UN-BRK vorsieht, sind wir auch nach 10 Jahren noch weit entfernt. Weder Bund noch Länder zeigen nach unserer Auffassung die Entschlossenheit, sich flächendeckend für die Einhaltung dieser Menschenrechte einzusetzen und stehen somit in der Verantwortung, dass Menschen aufgrund des Merkmals 'Behinderung' im täglichen Leben diskriminiert, ausgesondert und ausgeschlossen werden. Umso wichtiger erscheint es in diesem 'Menschenrechts-Jubiläumjahr' die bestehenden Diskriminierungen anzuprangern, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen zu schärfen und die politisch Verantwortlichen nachdrücklich zum Handeln aufzufordern", heißt es im Aufruf des Netzwerk UNgehindert.

Daher versammelt sich das Netzwerk UNgehindert zusammen mit Aktivist*innen aus der Behindertenbewegung am 15. März um 11.00 Uhr auf dem Potsdamer Platz (Fläche zwischen Eingang S-Bahn und DB-Tower), um konkret auf die Lage und Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, Missstände anzuprangern und Forderungen an die politisch Verantwortlichen zu stellen. Als Redner/innen haben bisher u. a. zugesagt: Dr. Ilja Seifert, Gründungspräsident des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland Für Selbstbestimmung und Würde (ABiD), Margit Glasow, Fachjournalistin mit dem Schwerpunkt Behinderung, Matthias Gastel, Sprecher für Bahnpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Info zum Netzwerk UNgehindert:

UNgehindert ist nach eigenen Angaben ein Spontankollektiv von Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Behinderung erwarben. Sie sehen sich als Interessensvertretung, die sich für die Gleichstellung, Selbstbestimmung und volle gesellschaftliche Teilhabe einsetzen und treten gegen jegliche Diskriminierung behinderter Menschen ein. Kontakt: Rolf Allerdissen, Gottschedtstr. 19, 04109 Leipzig, Tel.: 0341-68690649, E-Mail: [email protected]