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Massenhafte medizinische Tests aufgedeckt

Bild: Dunkelheit
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Foto: omp

SCHWALMSTADT (KOBINET) Im Medienrummel der letzten Tage war es nur eine kleine Randnotiz, aber eine, die all diejenigen aufhorchen lässt, die sich mit dem massiven Unrecht und Leid befassen, das Menschen in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien in der Nachkriegszeit erleben mussten. Das Hessische Diakoniezentrum Hephata hat nach Bekanntwerden der erschreckenden Zahlen nun um Entschuldigung dafür gebeten, dass in den Jahren 1950 bis 1975 Heiminsassen für Forschungszwecke missbraucht wurden. Die Rede ist dabei von fast jedem zweiten Hephata-Patienten, die mit zum Teil sehr schmerzhafen medizinischen Versuchen traktiert wurden.

Die neuen Erkenntnisse sind vor allem auch deshalb brisant, weil bei Berichten über Medizinische Versuche an behinderten Menschen bisher meist von Einzelfällen gesprochen wurde. Die Inklusionsbotschafter Josef Ströbl und Martin Hackl, die selbst Unrecht und Leid in Behinderteneinrichtungen erleben mussten, begrüßen angesichts der neuen Erkenntnisse die Verlängerung der Antragsfrist für die Stiftung Anerkennung und Hilfe um ein Jahr, das sie und andere Betroffene gefordert hatten. Die beiden, die wissen, wie schwierig es sein kann, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen und einen entsprechenden Antrag zu stellen, wünschen sich, dass die vielen Betroffenen, die noch nichts von der Möglichkeit der Stiftung wissen, darüber informiert und bei der Antragstellung unterstützt werden. Martin Hackl ist ebenfalls ein Opfer von lange vertuschten Medizintests.

Link zum Fernsehbericht in der hessenschau vom 28.2.2019

Link zum Bericht in www.evangelisch.de

Link zur Stiftung Anerkennung und Hilfe