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Ministerium setzt sich für inklusive Ausbildung ein

Dr. Alexander Wilhelm
Dr. Alexander Wilhelm
Foto: MSAGD RLP

MAINZ (KOBINET) Das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie setzt sich für eine schulgeldfreie Ausbildung und den Erhalt der inklusiven Ausbildung an der Physiotherapieschule des Berufsförderungswerks (Bfw) Mainz-Lerchenberg ein. Dies erklärte der Staatsserkretär Dr. Alexander Wilhelm gestern anlässlich einer Demonstration von SchülerInnen des Bfw und von Verbänden. Man führe bereits eine Reihe von Gesprächen und sei zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Im Schuljahr 2019/2020 besteht in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit für 14 Physiotherapieschulen, die sich in der Trägerschaft eines Krankenhauses befinden, eine schulgeldfreie Ausbildung in Rheinland-Pfalz anzubieten. "Derzeit haben wir bei den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten eine deutliche Fachkräftelücke in Rheinland-Pfalz. Seit Jahren bauen wir die Ausbildungskapazitäten aus, um diesem Fachkräfteengpass entgegenzuwirken. Die größte Hürde um die Ausbildungszahlen zu steigern, stellt jedoch das von den Auszubildenden zu zahlende Schulgeld dar. Wir haben uns aus diesem Grund mit unseren Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen entschieden, die Physiotherapieausbildung strukturell in das System der Krankenhausbetriebskostenfinanzierung zu integrieren. Dadurch können wir schulgeldfreie Ausbildungsplätze an den Krankenhäusern anbieten", erklärte der rheinland-pfälzische Arbeits- und Sozialstaatssekretär Dr. Alexander Wilhelm.

Die Fachkräftesicherung in den Gesundheitsfachberufen sei ein Schwerpunkt der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Dazu zähle auch, dass die Ausbildungen an den Schulen des Gesundheitswesens schulgeldfrei angeboten werden. Dies wurde im Koalitionsvertrag 2016 verankert; in einem ersten Schritt solle die Schulgeldfreiheit für die Ausbildung der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten umgesetzt werden.
Das gelte auch für die Physiotherapieschule des Berufsförderungswerkes (Bfw) Mainz. Das Besondere an der Bfw und der Physiotherapieschule sei der inklusive Ansatz, bei dem Auszubildende mit und ohne Behinderung gemeinsam die Physiotherapieausbildung absolvieren. Um den inklusiven Ansatz zu erhalten und eine schulgeldfreie Ausbildung anzubieten, arbeite die Landesregierung gemeinsam mit den Beteiligten an einer zeitnahen Lösung: "Wir führen mit mehreren Akteuren des Gesundheitswesens seit einiger Zeit dazu intensive Gespräche. Die Herausforderung besteht darin, die Physiotherapieschule des BfW in die Krankenhausbetriebskostenfinanzierung zu integrieren, um schulgeldfreie Ausbildungsplätze anbieten zu können, und gleichzeitig den inklusiven Ansatz der Ausbildung zu erhalten. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass es bald zu einer Lösung kommt, da verschiedene Krankenhäuser bereits eine entsprechende Bereitschaft signalisiert haben", so Wilhelm. "Denn das Bfw leistet mit seiner Physiotherapieausbildung einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung."

In diesem Sinne äusserte sich auch der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch: "Das Berufsförderungswerk Lerchenberg ist vorbildlich mit seinem inklusiven Ansatz. Hier werden Menschen mit und ohne Behinderungen in verschiedenen Gesundheitsberufen gemeinsam und erfolgreich ausgebildet. Das Berufsförderungswerk hat damit bundesweit eine besondere Bedeutung. Seine innovative Entwicklung, die auch durch die Verbände der Menschen mit Behinderungen in seiner Trägerschaft zu verdanken ist, gilt es bei der anstehenden Lösung zu sichern. Dafür setze ich mich als Landesbehindertenbeauftragter ein."

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 15.2.2019 zur Ankündigung der Demonstration