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Soziale Dimension Europas eine „große Unbekannte“

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Foto: public domain

UNBEKANNT (KOBINET) Im Vorfeld der Europawahlen bleibt die soziale Dimension Europas eine „große Unbekannte“ für die meisten europäischen Bürger. EURACTIV Frankreich hat darüber mit Matthias Savignac, dem Vizepräsident der Internationalen Vereinigung der Versicherungsverbände (Association Internationale de la Mutualité, AIM) gesprochen, der dort für die internationale Zusammenarbeit verantwortlich ist.

"Nicht nur in den vergangenen fünf, sondern in den letzten zehn Jahren", erklärte Matthias Svignac in diesem Interview, "haben sich nur sehr wenige europäische Rechtsvorschriften auf soziale Fragen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die umweltbedingte Gesundheit konzentriert". Europa fokussierte sich nach seinen Worten weiterhin hauptsächlich auf wirtschaftliche Belange.

Im Bezug auf sozialpolitische Aspekte stellte Savignac in dem Gespräch mit EURACTIV fest: "Auch wenn Fragen des Zugangs zur Gesundheitsversorgung und zur öffentlichen Gesundheit von den Mitgliedstaaten weitgehend abgedeckt werden, befasst sich Europa auch mit der Sozialpolitik. Dies ist eines der Vorrechte der EU-Institutionen. Aber bemerken und spüren die Bürger diese Arbeit in ihrem täglichen Leben? Was in Italien, Österreich und mit dem Brexit im Vereinigten Königreich geschieht, zeigt, dass Europa heute eher als Hindernis angesehen wird. Die Bürger können den Nutzen der EU in ihrem täglichen Leben nicht erkennen".

Es gibt nach den Worten von Matthias Savignac eine europäische Koexistenzkrise. So haben die Briten die wirtschaftlichen Vorteile Europas nie kritisiert. Aber ein gemeinsames Los, ein gemeinsames Handeln und ein gemeinsames Zusammenleben lassen sich, wie Savignac betont, nicht auf einer bloßen Wirtschaftsunion gründen.

Das ganze Interview kann bei EURACTV unter diesem Link nachgelesen werden.