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Gehörlosenverband bildet Museumsführer für gehörlose Besucher aus

Grafik zeigt Symbol für Deutsche Gebärdensprache
Grafik zeigt Symbol für Deutsche Gebärdensprache
Foto: DGS

MüNCHEN (KOBINET) In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München bietet der Gehörlosenverband München und Umland eine Ausbildung zum Museumsführer / zur Museumsführerin für gehörlose Bürgerinnen und Bürger und native signers an.  Dazu wurde beim Neujahresempfang des Gehörlosenverband München und Umland ein neues Projekt offiziell vorgestellt.

Seit der Ratifizierung der UN-BRK sind auch die Museen in Bayern verpflichtet Angebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Die Kultureinrichtungen erkennen, dass diese Aufgabe die unterschiedlichen Kultureinrichtungen vor eine große Herausforderung stellen, da entsprechende Angebote für gehörlose Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher nur in Gebärdensprache sinnvoll sind. Hierfür fehlt jedoch bisher entsprechendes Personal.

In wenigen Ausnahmefällen werden lautsprachliche Führungen übersetzt und nur sehr vereinzelt findet man Führungen in Muttersprache (DGS). Obwohl sich zum Beispiel die Bildende Kunst als Berufsfeld für gehörlose Bürgerinnen und Bürger aufgrund der sensibilisierten Visualität sehr eignen würde, versperren die mangelnden Bildungschancen bislang den Zugang für eine entsprechende Ausbildung.

Im Sinne der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, der Selbstbestimmtheit und dem Lebenslangen Lernen ist es so höchste Zeit gehörlosen Menschen ein Berufsfeld zu ermöglichen, in dem sie barrierefrei und als Vorbildfunktion zur Wissensvermittlung für die eigene Kulturgemeinschaft beitragen können und dürfen!

In den nächsten Wochen wird es eine Ausschreibung für Bewerberinnen und Bewerber geben. Die Kurse werden voraussichtlich an vier Wochenenden stattfinden und umfassen eine Ausbildung zur Vermittlung von Kunst und Kultur, sowie wichtiges Hintergrundwissen zum Weg in die Selbstständigkeit. Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ein eng gestricktes Netzwerk gebettet, um den Einstieg in ihr neues Berufsleben zu erleichtern, kommunikative Brücken zu bauen und ihnen einen langfristigen Austausch untereinander zu ermöglichen. Auf diese Weise erwarten die Partnerverbände die Erschließung neuer Bereiche für Museen und Kultureinrichtungen in München und Bayern,- ein neues Bildungsspektrum und Berufsanreize für gehörlose Menschen und deren Interessensgemeinschaft,- zusätzlich aber auch die Sensibilisierung für die Belange und Bedürfnisse gehörloser Bürgerinnen und Bürger in der Gesellschaft.