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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Rund 350 Reha-Experten, -Praktiker und Interessierte waren vom 6. bis 7. November zum Kongress der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) nach Berlin gekommen, um sich zum Thema "Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – Herausforderung für Menschen, Systeme, Gesellschaft" zu informieren und auszutauschen. Nun hat die Vereinigung einen Bericht über die Veranstaltung veröffentlicht.
Der Kongress bot dem Bericht der DVfR zufolge eine große Bandbreite an Themen rund um die berufliche Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen unter den Bedingungen einer sich stark verändernden Arbeitswelt. „Arbeit ist und bleibt ein wesentlicher Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe – das gilt für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen“, betonte Kerstin Griese, parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), die im Auftrag des Kongressschirmherren, Bundesarbeits- und -sozialminister Hubertus Heil, ein Grußwort sprach. Obwohl die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in den letzten Jahren stetig gesunken sei, bestehe bei der Erwerbsbeteiligung nach wie vor Verbesserungspotential, so Griese. „Menschen mit Behinderungen profitieren nicht in gleichem Maße von der guten Arbeitsmarktlage wie Menschen ohne Behinderungen“, betonte auch Kongresspräsident Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Über 40.000 Arbeitgeber beschäftigen bislang keinen einzigen Menschen mit Schwerbehinderung, so Becker. Das BMAS habe daher zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit die Initiative „Einstellung zählt – Arbeitgeber gewinnen“ gestartet, um diesem Missstand entgegenzuwirken.
In Podiumsgesprächen und Vorträgen wurden laut DVfR der Zugang zur Rehabilitation, die Zusammenarbeit zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringern sowie Gelingensbedingungen für die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Krankheit oder Unfall erörtert. Interessante Thesen zum Einfluss eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Arbeitswelt und das Sozialleistungssystem trug Prof. Bernhard Neumärker vor. Darüber hinaus boten zehn Workshops Gelegenheit, sich mit einzelnen Themen, wie der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Werkstätten für behinderte Menschen, Teilhabe in einer Arbeitswelt 4.0 oder Arbeit für Menschen mit Unterstützungsbedarf auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, intensiver auseinanderzusetzen. Als wichtige Voraussetzung für eine Teilhabe am Arbeitsmarkt nach der Schule wurden beispielsweise Schulsysteme identifiziert, die inklusiv ausgerichtet sind. Eine weitere Forderung war, den Ansatz der individuellen Qualifizierung am Arbeitsplatz zu stärken. Passgenaue Leistungen seien maßgeblich für die individuellen Teilhabechancen des Einzelnen. Das Persönliche Budget für Arbeit solle gestärkt und bei Betrieben bekannt gemacht werden; außerdem wurde ein Persönliches Budget für Ausbildung gefordert.
DVfR-Vorstandsmitglied Walter Krug rief dazu auf, die Chancen der Digitalisierung zu gestalten und die derzeit gute wirtschaftlichen Lage zu nutzen, um auf Arbeitgeber zuzugehen. Der Fachkräftemangel führe zu einer erhöhten Bereitschaft, Menschen mit Behinderungen einzustellen. Wenn Betriebe positive Erfahrungen machen, sind sie auch in Zukunft bereit sind, Menschen mit Behinderungen einzustellen, so ein Resümee der Veranstaltung.
Weitere Informationen sowie in Kürze die Kongress-Dokumentation gibt’s auf: www.dvfr.de




