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Auf dem Weg nach Europa

Bild von Katrin Langensiepen
Bild von Katrin Langensiepen
Foto: Andi Weiland

HANNOVER (KOBINET) Katrin Langensiepen wurde am Wochenende beim Bundesparteitag der Grünen in Leipzig auf den aussichtsreichen Listenplatz 9 für die Europawahl gewählt und hat damit gute Chancen, nächstes Jahr ins Europaparlament einzuziehen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit der sozialpolitisch äußerst engagierten Frau, die sich auch für die Rechte behinderter Menschen und dabei besonders für die Schaffung und Umsetzung von Antidiskriminierungsrechten stark macht.

kobinet-nachrichten: Beim Bundesparteitag der Grünen in Leipzig wurden Sie am vergangenen Samstag auf den Listenplatz 9 für die Europawahl gewählt. Wie ist dieser Listenplatz einzuschätzen und wie schwer war es für Sie, gewählt zu werden?

Katrin Langensiepen: Der Listenplatz ist ziemlich aussichtsreich und ich freue mich, dass ich bei dieser Kandidatur von vielen Menschen in meiner Partei unterstüzt wurde. Die Unterstüzung kam aus ganz verschiedenen Richtungen und Ebenen.

kobinet-nachrichten: Ihre Chancen, dem zukünftigen Europaparlament anzugehören, stehen also gut. Welche Akzente werden Sie nun im Wahlkampf setzen und was ist Ihnen an der Europapolitik besonders wichtig?

Katrin Langensiepen: Ich bin Sozialpolitkerin aus ganzem Herzen. Seit meinem Parteieintritt bin ich die Sprecherin für soziale Fragen, als Ratsfrau oder Sprecherin auf Landes- und Bundesebene der Grünen. Wir brauchen Sozialstandarts in Europa und Deutschland muss endlich die 5. Antidiskriminierungrichtlinie umsetzen. Wenn ich in meiner Mandatszeit in diesen Fragen Bewegung ins Parlmant und für die Menschen bringen könnte, wäre das ein Hammer-Erfolg. Mir ist es ganz wichtig, dass ich nicht ausschließlich für ,,Behindertenpolitk" gesehen werde, sondern als Streiteirn für ein gerechtes Zusammenleben aller Menschen.

kobinet-nachrichten: Wie könnten andere behinderte Menschen Ihre Kandidatur und Ihren Wahlkampf unterstützen?

Katrin Langensiepen: Ich bin Gott sei Dank nicht die einzige Frau mit Behinderung, die politisch aktiv ist. Es gibt zahlreiche Menschen, die parteipolitisch aber auch außerparteilich engagiert sind, und das ist gut so. Wir müssen hier mehr Bündnisse schließen, Banden bilden und über den eigenen Tellerrand hinschauen. Zahlreiche Menschen sind nicht mehr in Vereinen und Verbänden gebunden, wie erreiche ich die junge Generation und wie kann man die Erfahrungen der älteren Aktivist*innen mit verbinden? Gemeinsame Veranstaltungen, Straßenaktionen, online wie offline, da gibt es so viele Möglichkeiten....

kobinet-nachrichten: Sie sind ja bereits im Rat der Stadt Hannover aktiv. Lässt sich in der Politik wirklich viel bewegen und wie steht es dabei Ihrer Ansicht nach mit der Repräsentanz behinderter Menschen?

Katrin Langensiepen: Die Sichtbarkeit ist ein erster wichtiger Schritt und nicht zu unterschätzen. Als ich 2011 in den Rat kam, bekam ich viel Verantwortung. Umweltausschussvorsitzende, Mitglied im Wirtschaftsausschuss. Ich wollte dahin, wo es wehtut. Da hatten einige Unternehmer*innen auf so manchen Wirtschaftsempfang eine Begegnung mit der 3. Art. Da war manchmal viel Aufklärung und Info nötig. Aber auch toll, wenn man dann bei einem Kaltgeträk mit einem Mittelstandsunternehmer aufklären konnte, dass die Einstellung eines Menschen mit Behinderung nicht der Untergang des Unternehmens bedeutet und ein Mensch im Rollstuhl beispielsweise nicht Dachdecker werden will und genau weiß, was er oder sie tut.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie es ins Europaparlament schaffen, gibt es da etwas, was Sie möglichst schnell ganz konkret erreichen bzw. anschieben möchten?

Katrin Langensiepen: Ich bin eine große Freundin von Bündnissen schließen: Ich möchte mich schnellstmöglich mit den Verbänden und Selbstvertretungen treffen, um gemeinsam mit denen die Antidiskriminierungsrichtlinie bzw deren Umsetzung in Angriff zu nehmen.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.