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60 Jahre Lebenshilfe gefeiert

Frank-Walter Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier
Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

BERLIN (KOBINET) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die 60-jährige Geschichte der Bundesvereinigung Lebenshilfe gewürdigt. „Die Lebenshilfe zeigt, was es heißt, Humanität zu leben. Sie steht für Offenheit, Vielfalt und ein partnerschaftliches Miteinander, für Respekt und Achtung", sagte das Staatsoberhaupt heute auf der Jubiläumsfeier in Berlin. Aus dem Elternverband ist die größte Fach- und Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung und ihre Familien in Deutschland geworden. Ihr aktuelles Motto lautet Teilhabe statt Ausgrenzung. „Von der Haltung der Lebenshilfe", betonte Steinmeier, „brauchen wir heute mehr in unserem Land."

Bundesvorsitzende Ulla Schmidt erinnerte an den niederländischen Pädagogen Tom Mutters, der 1958 im hessischen Marburg gemeinsam mit Eltern und Fachleuten die Bundesvereinigungd" gründete. Ziel der Lebenshilfe sei es von Anfang an gewesen, „dass die Kinder zuhause bei den Eltern in der Gemeinde aufwachsen können – und nicht in der abgeschlossenen Welt einer Anstalt verwahrt werden. Eine zur damaligen Zeit geradezu revolutionäre Idee".

Heute sind es 502 örtliche Vereinigungen und 16 Landesverbände mit mehr als 125.000 Mitgliedern und über 4.300 Diensten und Einrichtungen. Ulla Schmidt dankte allen Menschen mit Behinderung, die sich als Selbstvertreter engagieren, den Eltern und Angehörigen sowie den ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen.

Unter dem Titel Ganz plastisch. hatte die Lebenshilfe zu Beginn ihres Jubiläumsjahres einen Kreativwettbewerb für Amateure ausgeschrieben: Menschen mit und ohne Behinderung waren aufgerufen, selbst erstellte räumliche Objekte zum Thema Teilhabe statt Ausgrenzung einzureichen. Aus den 420 Beiträgen hatte eine Jury aus Künstlern und Wissenschaftlern sechs für den ersten Preis nominiert. Auf der Jubiläumsfeier wurde diese Auswahl nun vorgestellt und schließlich der Sieger verkündet: Der 33-jährige Maximilian Weiger aus Sigmaringen, der in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet und in seiner Freizeit in einem offenen Atelier künstlerisch tätig ist, bekam den Award für seine Arbeit „Jägersitz und Beichtstuhl", die – so die Jury – „so vermeintlich selbstverständliche Gegebenheiten wie Ausgrenzung und Diskriminierung in ihrer ganzen Fragwürdigkeit deutlich werden lassen und zum kritischen Blick herausfordern".