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Kafka in Bayern

 Gefangen - Der Fall K
Gefangen - Der Fall K
Foto: ZDF/JürgenOlczyk.

MAINZ (KOBINET) "Gefangen - der Fall K." - das ZDF spielte heute Abend die unglaubliche Geschichte von Gustl Mollath nach, der in Bayern sieben Jahre lang in psychiatrischen Kliniken gefangen war. Erst am 14. August 2014 korrigierte das Landgericht Regensburg den Justizirrtum, sprach Mollath frei und ordnete eine Entschädigung an. Nach diesem Urteil gibt es keine Hinweise auf eine Geisteserkrankung. Damit stellte das Gericht fest, dass der Mann zu Unrecht mehr als sieben Jahre in der Psychiatrie festgehalten wurde.

Der Fernsehfilm erinnert an Herrn K. aus Kafkas "Prozess". Doch es geht um Sebastian Kronach (Jan Josef Liefers) und die "absolut unglaubliche Geschichte" des Automechanikers. Seine Frau Elke (Julia Koschitz), eine Bankmanagerin, verschiebt Schwarzgeld in die Schweiz. Darüber gibt es Streit. Am Ende landet Kronach in der Psychiatrie.

Regisseur Hans Steinbichler sieht seinen Film als "Erzählung von behördlicher und institutioneller Willkür", die jedem passieren könnte. Eine beklemmende Story - fast kein Ausweg aus diesem Albtraum. ZDF und arte haben einen bedeutsamen aktuellen Film produziert.

Gustl Mollath streitet heute noch mit dem Freistaat um die Höhe seiner Entschädigung. Beteiligte Banker, Gutachter und Richter haben öffentlich keine Fehler bekannt.