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ALTDORF/ NüRNBERG (KOBINET)
ALTDORF/ NüRNBERG (KOBINET) Seit 20 Jahren trainiert Thorsten Lugert Karate im ATV 1873 Frankonia in Nürnberg. Der Rollstuhl war für ihn und den Verein nie ein Problem - auch wenn ihm seine Sportfreunde am Halleneingang erst helfen müssen, zwei Stufen am Eingang zu überwinden.
Meist muss der 42-Jährige nicht lange warten, bis zwei Vereinsmitglieder zu ihm kommen. Sie heben Thorsten Lugert die zwei Stufen hoch. „Es zeugt von einem guten Gemeinschaftsklima, wenn zwei aus dem Unterricht kommen, und mir schnell helfen“, meint der 42-jährige Altdorfer. „Es ist immer was möglich“, sagt Lugert, „man muss nur bereit sein, an sich selbst zu arbeiten.“ F
ür seinen Trainingspartner Thomas Bauer war es zunächst schon ungewohnt, gegen einen Menschen zu kämpfen, der einen Rollstuhl nutzt. Aber die zwei Männer haben sich schnell angenähert und sich aufeinander eingestellt. „Thorsten sitzt im Rollstuhl, andere haben andere Probleme“, sagt Thomas Bauer. Daher sei Karate-Training immer sehr individuell.
„Wir machen hauptsächlich freies Training, das funktioniert wunderbar“, sagt Thomas Bauer. Inzwischen trainieren die beiden seit neun Jahren zusammen und aus den Trainingspartnern sind Freunde geworden.
Zum Karate kam Thorsten Lugert durch seine Schwester. Sie trainierte im selben Verein. „Ich hatte ein paar Begegnungen in Nürnberg, die nicht so prickelnd waren“, sagt der 42-Jährige. Das Training hat sein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gestärkt. Außerdem fördert Karate die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer und baut Muskulatur auf. „Das hilft auch den Leuten, die mich pflegen, weil ich mehr selber machen kann“, sagt Lugert.
Er möchte möglichst bald mit seiner Freundin zusammenziehen. „Es ist nicht so leicht, eine Wohnung für zwei Rollstuhlfahrer zu finden“, meint der 42-Jährige.
Sein Wissen und seine Technik, die sich Thorsten Lugert durch das jahrelange Training angeeignet hat, gibt er in Kursen weiter. Karate ist für den 42-Jährigen nicht einfach eine Kampfkunst. In der Form, die er praktiziert, ist der innere Frieden das eigentliche Übungsziel. Der Sport ist für Thorsten Lugert auch weit mehr als ein Hobby und mit den Jahren zu einem wesentlichen Teil seines Lebens geworden. „Ich möchte gerne einen Trainerschein machen, um das weiterzugeben, was ich gelernt habe“, sagt der 42-Jährige zu seinen Zielen.




