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Kein Wahlrechtsausschluss mehr – in Brandenburg

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POTSDAM (KOBINET)

POTSDAM (KOBINET) Das im Grundgesetz in Artikel 38 verankerte Wahlrecht ist ein fundamentales Grundrecht und ermöglicht politische Mitbestimmung. In Deutschland sind rund 81.000 Menschen, für die eine Betreuung in allen Angelegenheiten dauerhaft angeordnet ist, vom aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Das gilt sowohl für die Bundestagswahl als auch für die Europawahl. Dies soll sich ändern - und wurde jetzt in Brandenburg geändert.



In seiner Sitzung Ende Juni diesen Jahres hat der Landtag in Brandenburg die bestehenden Wahlrechtsausschlüsse für Menschen, für die eine Betreuung in allen Angelegenheiten angeordnet ist, sowie für schuldunfähige Straftäter, die in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind, aus dem Landes- und dem Kommunalwahlgesetz gestrichen.

Jürgen Dusel, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, begrüßt diesen Schritt und fordert vor diesem Hintergrund erneut, nun auch das Wahlrecht für die Bundestags- und Europawahlen zügig zu reformieren – so wie im Koalitionsvertrag angekündigt.

„Die bundesweit über 80.000 betroffenen Menschen sind nach wie vor Bittsteller, wenn es um die politische Teilhabe auf Bundesebene und damit um die Mitbestimmung in ihren eigenen Angelegenheiten geht. Das darf nicht sein, denn das Wahlrecht ist ein Menschenrecht. Deutschland ist mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention eine klare Verpflichtung eingegangen“, so Dusel. „Nun haben wir die unverständliche Situation, dass Menschen mit Behinderungen in einzelnen Bundesländern zwar bei den Kommunal- und Landtagswahlen 2019 mitbestimmen dürfen, bislang aber nicht bei den ebenfalls anstehenden Europawahlen. Ich appelliere an die Abgeordneten des Bundestags, sich dieses Themas noch in diesem Jahr – rechtzeitig vor den Europawahlen – anzunehmen. Inklusion und demokratische Teilhabe gehören zusammen, sie sind zwei Seiten einer Medaille.“