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MAINZ (KOBINET)
MAINZ (KOBINET) Im rheinland-pfälzischen Sozialministerium trafen gestern 54 Beraterinnen und Berater der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) aus Rheinland-Pfalz zusammen. Rheinland-Pfalz sei damit das erste Bundesland, das die neu geschaffenen Beratungsstellen zu einem Vernetzungstreffen eingeladen hat, heißt es in einer Presseinformation des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums.
„Damit die Beraterinnen und Berater für eine qualitativ hochwertige und unabhängige Teilhabeberatung optimal vorbereitet werden, möchten wir von Seiten der Landesregierung den Prozess der Vernetzung und des Voneinander-Lernens so früh wie möglich anschieben und dauerhaft zum Erfolg führen“, erklärte die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die neuen Beratungsstellen befinden sich seit dem 1. Januar 2018 bundesweit im Aufbau. Sie sind aufgrund des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) nach § 32 entstanden. Das Ziel der Stellen der EUTB ist es, Menschen mit Behinderungen als Erstberatungsstellen qualifiziert und unabhängig von Leistungsträgern und Leistungserbringern in allen Fragen der Teilhabe zu beraten. Die Beratung kann sich dabei auf Fragen der Bedarfe bei der Inklusion in der Schule, beim Wohnen oder beim Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt beziehen. Objektiv wird zu den Möglichkeiten nach den einschlägigen Sozialgesetzbüchern beraten. Im Sinne dieser unabhängigen und qualifizierten Beratung liegt dabei der Schwerpunkt auf dem Peer Counseling. Dieses in vor allem englischsprachigen Ländern praktizierte Beratungskonzept setzt auf eine Beratung von Betroffenen für Betroffene und damit auf Augenhöhe, heißt es in der Presseinformation des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums. Die EUTB besteht als Angebot bereits im Vorfeld der Beantragung konkreter Leistungen zur Teilhabe bei den Rehabilitationsträgern. Sie wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. 27 Organisationen haben im Rahmen eines umfangreichen Bewerbungsverfahrens für Rheinland-Pfalz den Zuschlag bekommen.
Interessierte Organisationen konnten sich bis zum 31. August 2017 bei einer vom Bund eingerichteten Stelle bewerben. Diese Stelle hatte die Anträge kursorisch geprüft und an das Land Rheinland-Pfalz für eine Priorisierung weitergereicht. Basierend auf den Ergebnissen des Bundessozialministeriums und einer Jury der Landesregierung unter Beteiligung des Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch wurden dann die neuen Beratungsstellen ausgewählt.
„Das neue Beratungsangebot ist eine große Chance für eine unabhängige Beratung im Sinne der Menschen mit Behinderungen. Mit der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung wird die Selbstbestimmung gestärkt und die Einbeziehung von Beraterinnen und Beratern mit eigener Behinderung ist eine Ermutigung für die ratsuchenden Menschen. Dieses Beratungsangebot ist ein Gewinn, daher fordere ich die Befristung der Förderung bis zum Jahr 2022 im Bundesteilhabegesetz aufzuheben und die entsprechende Vorgabe aus dem Koalitionsvertrag zügig umzusetzen, damit ein langfristiges und verlässliches Beratungsnetzwerk entstehen kann“, so der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte, der selbst ausgebildeter Peer-Counselor ist.
Mehr Informationen über die EUTB gibt’s unter www.teilhabeberatung.de




