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MAINZ (KOBINET)
MAINZ (KOBINET) Krieg, Folter, Flucht und Vertreibung hinterlassen Spuren und teilweise große Wunden an Körper und Seele. Das Integrationsministerium des Landes Rheinland-Pfalz fördert daher sechs Psychosoziale Versorgungszentren für traumatisierte Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten, um geflüchtete Menschen bei der Verarbeitung des Erlebten zu unterstützen und dauerhaften Erkrankungen zu begegnen. Im Jahr 2017 wurden dort insgesamt 3.735 Menschen in Rheinland-Pfalz betreut, wie das Ministerium mitteilte.
Neben den sechs Versorgungszentren in Mayen, Altenkirchen, Trier, Ludwigshafen, Mainz und dem 2017 neu gegründeten in Kaiserslautern fördert das Land Rheinland-Pfalz eine Koordinierungsstelle in Mayen. Diese soll zu einer besseren Vermittlung der Klientinnen und Klienten im Regelsystem der gesundheitlichen Versorgung beitragen. Insgesamt unterstützte das Land im Jahr 2017 die Träger dieser Einrichtungen mit rund 1,05 Millionen Euro. Die Landesförderung wird im laufenden Jahr im gleichen Umfang verstetigt.
„Eine sehr wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration der geflüchteten Menschen ist Gesundheit – nicht nur körperliche, sondern auch psychische. Viele Flüchtlinge wurden in ihren Heimatländern verfolgt oder erlebten Kriegsgräuel, viele haben auf der Flucht Gewalt erfahren, häufig leiden geflüchtete Menschen unter tagtäglich wiederkehrenden Ängsten“, erläutert die rheinland-pfälzische Integrationsstaatssekretärin Dr. Christiane Rohleder. „Menschen, die Trauma überlebt haben, brauchen eine besondere Betreuung und Therapie. Denn nur wer erlebte Traumata verarbeitet, kann sich voll auf eine neue Lebensperspektive in Rheinland-Pfalz einlassen. Wir sind sehr froh, dass das Angebot der Psychosozialen Versorgungszentren gut angenommen und den Menschen bei der Bewältigung der Geschehnisse geholfen wird.“
Von den 3.735 in den Zentren betreuten Klientinnen und Klienten wurden 3.163 nach dem 1.1.2017 neu aufgenommen. Die geflüchteten Menschen, Migrantinnen und Migranten haben an gruppentherapeutischen Sitzungen, psychosozialen Beratungen, psychotherapeutischen Gesprächen oder Beratungen zum Asylverfahren teilgenommen. In 2017 wurden 3.815 therapeutische Einzelgespräche wahrgenommen, 319 gruppentherapeutische Sitzungen angeboten sowie 11.120 psychosoziale Beratungsgespräche und Asyl- und Verfahrensberatungen durchgeführt.




