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Das Leid anerkennen

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HAMBURG (KOBINET)

HAMBURG (KOBINET) "Die haben uns behandelt wie Gefangene" – unter dieser Überschrift stand die Auftaktveranstaltung zur Anerkennung der Opfer von Gewalt und Unrecht in der Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie, zu der die Evangelische Stiftung Alsterdorf und die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) der Freien und Hansestadt Hamburg vor kurzem in die Kulturküche auf dem Alsterdorfer Markt in Hamburg eingeladen hatten.



Zahlreiche Menschen mit Behinderung haben in den Einrichtungen der Behinderten-hilfe und der Kinder-und Jugendpsychiatrie in den 1950er-1970er-Jahren Leid und Unrecht erlebt, darunter körperliche Züchtigungen, sexuelle Übergriffe, Isolierung, Fixierung, Demütigungen oder Medikation zur Ruhigstellung. Die neue Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ der Bundesregierung, der Kirchen und der Bundesländer hat das Ziel, dieses Unrecht öffentlich anzuerkennen, die damaligen Geschehnisse wissenschaftlich weiter aufzuarbeiten und die Betroffenen bei der Bewältigung der Folgewirkungen zu unterstützen.

„Viele Betroffene leiden noch heute an den seelischen und körperlichen Folgen des damals Erlebten. Es ist wichtig, dass dieses Leid und Unrecht nun endlich als solches anerkannt wird und Betroffene zügig eine Unterstützungs-leistung erhalten“, betonte die Hamburger Senatorin Dr. Melanie Leonhard zum Auftakt der Veranstaltung. Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, entschuldigte sich bei allen, die in den damaligen Alsterdorfer Anstalten Leid erfahren haben. Gleichzeitig unterstrich er, dass die Wunden von damals nicht mit Geld zu heilen sind und gerade deshalb eine sorgfältige Aufarbeitung dieser Geschehnisse verpflichtend sei.

Zutiefst bewegt waren die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung von den Schilderungen zweier früherer Bewohner der Alsterdorfer Anstalten, die im Gespräch mit Dr. Michael Wunder, Leiter des Beratungszentrums Alsterdorf, über ihre Erlebnisse und ihr jahrelanges Leiden berichteten.

Unterstützung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“

Die Unterstützungsleistung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ besteht aus einem einmaligen Pauschalbetrag in Höhe von 9.000 Euro zum selbstbestimmten Einsatz. Zusätzlich erhalten Opfer, die gearbeitet haben und für die keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden, abhängig von der Arbeitsdauer eine Einmalzahlung von 3.000 bis 5.000 Euro.

Betroffene, die in Hamburg wohnen, können sich bis zum 31. Dezember 2019 bei der Anlauf- und Beratungsstelle im Versorgungsamt Hamburg melden: Adolph-Schönfelder-Straße 5, 22083 Hamburg, Telefon: 040 115 (Mo-Fr 7:00-19:00 Uhr), E-Mail: [email protected]

Weiterführende Informationen gibt es auf der bundesweiten Webseite www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de.