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FRANKFURT A.M. (KOBINET)
FRANKFURT A.M. (KOBINET) Wie steht es tatsächlich um die Inklusion in Frankfurts Schulen? Was empfinden betroffene Eltern? Wo kann man voneinander lernen oder sich gegenseitig unterstützen? Ist alles nur Jammern auf hohem Niveau, wie das Hessische Kultusministerium (HKM) unterstellt? Diesen und anderen Fragen gingen am 4. Oktober das Netzwerk Inklusion Frankfurt gemeinsam mit dem Stadtelternbeirat der Stadt Frankfurt (StEB) und dem Gesamtpersonalrat Lehrerinnen und Lehrer (GPRLL) nach.
„Es war Zeit für einen Austausch und einen Fachabend Inklusion. Spätestens nach den zähen Verhandlungen mit HKM und dem Staatlichen Schulamt der Stadt Frankfurt (SSA) um die Stundenversorgung für Frankfurts Schüler_innen im Mai/Juni dieses Jahres war klar, dass endlich die Basis befragt werden musste“, berichtete Alexandra Cremer, Sprecherin des Netzwerks Inklusion Frankfurt. „Frankfurts Schülerzahlen wachsen, es fehlt überall an Lehrkräften, die bereit sind in Frankfurt zu arbeiten. Das Staatliche Schulamt ist seit Jahren ohne nennenswerte Amtsleitung, wichtige Entscheidungen liegen auf Halde“.
Bemängelt wird der Sanierungsstau in Frankfurts Schulen, fehlende Differenzierungsräume, Förderlehrkräfte, die zwischen verschiedenen Schulen unterwegs seien wie Handelsreisende Die Eltern, die angeblich Wahlfreiheit zwischen Förder- und Regelschule haben, seien verunsichert. Dabei handele es sich nicht wirklich um Wahlfreiheit, sondern eher um eine Lebensentscheidung der Eltern. „Einer geregelten Arbeit können Eltern von Kindern mit Förderbedarf jedenfalls nicht nachgehen, wenn sie sich für die Inklusion entscheiden. Zumindest ein Elternteil nicht.“, so Alexandra Cremer. Der Abend machte deutlich: Alle Beteiligten brauchen einen langen Atem: Schulleiter_innen, Lehrkräften, Eltern und die Kinder.
In den Vorträgen wurde die mangelnde Kooperation zwischen den Ämtern deutlich, gepaart mit dem Gefühl, dass Inklusion politisch nicht ausreichend gewollt ist. In der abschließenden Diskussion trat die Komplexität der Herausforderung und die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten zutage. „Die Gremien müssen noch enger zusammenarbeiten, um gemeinsam etwas zu erreichen“, so Alix Puhl, Vorsitzende des StEB. Während die Lehrkräfte mehr und mehr an ihre Belastungsgrenze geraten, sind betroffene Eltern besorgt um die vielen Wege zwischen Ämtern, notwendiger Etikettierung ihrer Kinder mit Förderbedarfen, der Suche nach Beförderungsoptionen ihrer Kinder zur Schule und nach einer Integrationsassistenz. Die Gespräche werden fortgesetzt und ein gemeinsames Papier verabschiedet.
Mehr Informationen unter www.netzwerk-inklusion-frankfurt.de




