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Empowerment bei über 30 Grad

Bild der Empowerment-Rakete
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Foto: Wiebke Schär ISL

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DORTMUND (KOBINET)

DORTMUND (KOBINET) Ein Empowerment-Tag bei über 30 Grad Außen- und wohl noch wesentlich höheren Innentemperaturen, das will man sich eigentlich erst gar nicht vorstellen. Aber so geschehen, am letzten Samstag an der Universität Dortmund - und das mit einer tollen Gruppe. Dass es sich trotz der hitzigen Herausforderung dennoch gelohnt hat, darin waren sich die TeilnehmerInnen und TrainerInnen bei der von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführten und von der Techniker Krankenkasse geförderten Veranstaltung einig.



Wer konnte schon ahnen, dass es Mitte September noch so heiß ist, war der einhellige Tenor der OrganisatorInnen des Empowerment-Tages. Aber die Berichte in der ersten Runde über die Aktivitäten der einzelnen TeilnehmerInnen in Sachen Empowerment und Veränderung der bestehenden Situation erwärmten bereits zu Beginn der Veranstaltung das Herz. Eine Teilnehmerin, die noch vor zwei Jahren keinen Job hatte, hat sich nun nachdem sie eine Stelle gefunden hat, zur Promotion angemeldet und ihre Assistenz bewilligt bekommen. Ein anderer Teilnehmer hat es geschafft, eine Selbstvertretungsgruppe von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu gründen und mittlerweile eine Reihe von Vorträgen zur Situation behinderter Menschen gehalten. Aktionstage wurden mit organisiert, eine Rampe wurde von einem Café zur Verbesserung der Barrierefreiheit angeschafft oder es wurde erreicht, dass eine Tür an einem Fitness-Center nun leichter geöffnet werden kann. Dies sind nur einige Aktivitäten, die die TeilnehmerInnen des Empowerment-Tages bereits angeschoben haben. Und sie haben noch viel mehr vor, wie in der Schlussrunde deutlich wurde.

Eines der Hauptthemen des Empowerment-Tages war der derzeitige Prozess zum Bundesteilhabegesetz. Die TeilnehmerInnen zeigten sich erschüttert darüber, dass bei den vielen geplanten Änderungen meist ein Haken dabei ist, bzw. sogar Verschlechterungen drohen. Im Zeitalter der UN-Behindertenrechtskonvention gelte es, ein Leben mit der nötigen Unterstützung mitten in der Gesellschaft zu fördern und nicht diese Teilhabe zusehends immer wieder zu behindern. Im Februar wollen sich die TeilnehmerInnen dieses Empowerment-Tages wieder treffen.

Bei einer Empowerment-Schulung, die heute in Bremen stattfindet, dürfte es nicht minder heiß werden. Das befürchten Kerstin Wöbbeking, Ines Spilker und Ottmar Miles-Paul, die diese Schulung durchführen. Aber ihnen ist es lieber, wenn es etwas zu hitzig ist, anstatt dass es unterkühlt zugeht. Sie sind nun ja mittlerweile hitzeerprobt.