Werbung

Springe zum Inhalt

Inklusion – Anspruch und Wirklichkeit in NRW

Ausrufezeichen
Ausrufezeichen
Foto: omp

LINDLAR (KOBINET) Wie die Zeitung Oberberg Aktuell heute berichtet, stößt die Familie Zimmermann aus Lindlar beim Versuch, eine bedarfsdeckende Schulbegleitung für ihre behinderte Tochter zu erreichen, auf massive Widerstände des Sozialamtes. Die Behörde verzögert die Bearbeitungen, nutzt Ermessensspielräume nicht aus, verlangt immer wieder neue Unterlagen. Beispielsweise benötigte das Amt in Gummersbach eine Vorlaufzeit von 15 Wochen, um eine Entscheidung zu fällen, die auf ganze drei Wochen befristet wurde.

Link zum Zeitungsbericht

Hierzu Anmerkungen von kobinet-Redakteur Gerhard Bartz

Es ist alles nichts Neues. Selbst die Schulbetreuung während den Ferien ist andernorts längst gerichtlich geklärt. Gerade bei Kindern wirkt sich die Verweigerungshaltung von Sozialämtern besonders prekär aus. Es gibt selten Alternativen, es sei denn, man gibt sein Kind in ein Heim. Und - das sei unterstellt – die Sozialämter bemühen sich nach wie vor eifrig darum, diese Anstalten mit Menschen zu füllen. Während alle andere Wege mit Hindernissen verstellt sind, der Weg in Anstalten ist barrierefrei! Ist der Mensch erstmal drin, wird es unendlich schwierig, dort wieder herauszukommen. Ich frage mich immer wieder, welches Dienstverständnis Menschen haben müssen, die in solchen Behörden arbeiten. Diese sind doch eigentlich für die Hilfesuchenden da. Oder etwa nicht? Und die Landesregierungen? In NRW regieren Rot/Grün. Spielt das überhaupt noch eine Rolle, wer regiert? Ich glaube es nicht mehr. Gestern wurde berichtet, dass sich baden-württembergische Lehrer massiv gegen die Inklusion aussprechen. Beamte sprechen sich massiv gegen die Anwendung von Gesetzen aus. Ich glaube, die verfassungsmäßige Gewaltenteilung droht hier Schaden zu nehmen. Seit heute ist der Gesetzentwurf für das Bundesteilhabegesetz öffentlich. Mal sehen, ob dort ein Licht am Ende des Tunnels für die Familie Zimmermann leuchtet.

Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Bundesteilhabegesetz