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„L’Avenir“ – Was ist Freiheit?

L'Avenir
L'Avenir
Foto: Berlinale

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Foto: Berlinale

UNBEKANNT (KOBINET)

UNBEKANNT (KOBINET) Anke Glasmacher schrieb heute ihre letzte Rezension von der Berlinale. Die kobinet-Korrespondentin drückt  die Daumen, dass Isabelle Huppert den Silbernen Bären gewinnt. "L'Avenir" ist ein wunderbarer Film. Morgen  ist die Preisverleihung bei den 66. Filmfestspielen in Berlin. Anke Glasmacher ist gespannt.



Berlin (kobinet) Mutter, Ehefrau, beruflich engagiert: Nathalie (Isabelle Huppert) arbeitet als Philosophie-Lehrerin an einer Pariser Schule, veröffentlicht philosophische Standardwerke für den Unterricht, fördert den Nachwuchs und kümmert sich um ihre zunehmend depressiv und einsam werdende Mutter. Ein erfülltes Leben auf den Schultern einer Frau. Eine radikale Wendung erfährt es, als ihr Mann (André Marcon) ihr mitteilt, dass er sie für eine andere Frau verlassen wird.

Mit dieser Trennung gerät für Nathalie alles ins Wanken. In dieser Phase trifft sie ihren früheren Schüler Fabien (Roman Kolinka), der das Gegenteil ihres eigenen Lebens verkörpert: Er hat sich zum Verzicht auf Besitz und etablierte Strukturen entschlossen. Mit seiner Freundin und gemeinsamen Bekannten lebt er in einer Selbstversorger-WG auf dem Land, wo sie Tage und Nächte über die aus ihrer Sicht notwendige gesellschaftliche Revolution diskutieren.

Die französisch-deutsche Koproduktion der jungen französischen Regisseurin Mia-Hansen Løve läuft im Berlinale-Wettbewerb. Der Film inszeniert die alte Frage „Was ist Freiheit?“ klassisch, in ruhigen Bildern und mit dieser wunderbaren Erzählweise, die französischen Filmen so eigen ist. Dass „L’Avenir“ darüber hinaus etwas ganz besonderes ist, liegt an der Hauptdarstellerin: Isabelle Huppert spielt die Rolle der „toughen“ Nathalie so herausragend, so reduziert, fokussiert und ausdrucksstark, dass man ihr dafür unbedingt den Silbernen Bären für die beste darstellerische Leistung wünschen möchte.