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Joachim Leibiger wird Behindertenbeauftragter in Thüringen

Wappen von Thüringen
Wappen von Thüringen
Foto: Public Domain

ERFURT (KOBINET)

ERFURT (KOBINET) Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Joachim Leibiger zum neuen Behindertenbeauftragten des Freistaates Thüringen ernannt. Das Landeskabinett hat auf seiner gestrigen Sitzung die Personalie gebilligt. Joachim Leibiger folgt damit Dr. Paul Brockhausen, der im Juli dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde. Joachim Leibiger wird das Amt zum 1. Januar 2016 antreten.



Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte anlässlich der Ernennung: „Mit Joachim Leibiger hat die Landesregierung einen erfahrenen Fürsprecher für Menschen mit Behinderungen gewinnen können, der aus eigener Betroffenheit die Anliegen von Menschen mit Behinderungen bestens in die Landespolitik transportieren kann.“ Sozialministerin Heike Werner, die im Kabinett für die Behindertenpolitik zuständig ist, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Joachim Leibiger: „Im kommenden Jahr steht unter anderem die Novellierung des Thüringer Behindertengleichstellungsgesetzes an. Dabei werden wir ganz sicher von der Expertise von Herrn Leibiger profitieren können.“

„Ich danke dem Ministerpräsidenten und der ganzen Landesregierung für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich freue mich auf diese Aufgabe und verstehe mich als Botschafter und Interessenvertreter aller Menschen mit Behinderungen in Thüringen. Ich werde meine Meinung sagen, auch wenn es unbequem wird. Ich möchte mich in viele Entscheidungsprozesse der Landespolitik einmischen, von denen ich bereits heute einige andeuten will: So haben die Fortentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes zu einem modernen und innovativen Inklusionsgesetz, die Fortschreibung des Thüringer Maßnahmenplans zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention und natürlich auch die Forderung nach einem einkommens- und vermögensunabhängigen Bundesteilhabegeldes eine hohe Priorität für mich. Aber auch der barrierefreien Gestaltung von Gebäuden, Wegen und Verkehrsmitteln werde ich große Aufmerksamkeit widmen. Den kommunalen Behindertenbeiräten ist zur Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen unseres Aktionsplanes mehr Autorität zu verschaffen“, erklärte Joachim Leibiger.

Joachim Leibiger wurde 1953 in Weimar geboren. Er ist seit Geburt sehbehindert und wurde im Jahr 2000 vollblind. Er absolvierte ein Studium zum Betriebswirt und ein Studium an der Akademie für Verwaltungsrecht in Potsdam Babelsberg. Seit 1994 war er Geschäftsleiter des Zweckverbandes Wirtschaftsförderung der Region des nördlichen Weimarer Landes. Ehrenamtlich ist er u.a. als Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen und als Mitglied im kommunalen Behindertenbeirat der Stadt Weimar und dem Landesbehindertenbeirat tätig, heißt es in der Presseinformation des thüringer Sozialministeriums.